Kultur

Hintergrund Stuttgart erwägt Rückgabe mehrerer Objekte

Geraubte Bibel soll nach Afrika

Baden-Württemberg will eine in der Kolonialzeit geraubte Bibel des namibischen Nationalhelden Hendrik Witbooi an den afrikanischen Staat zurückgeben. Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) sagte gestern in Stuttgart, die Bibel und auch eine Peitsche der Witbooi-Familie hätten für Namibia eine hohe Bedeutung. Beide sind derzeit im Linden-Museum in Stuttgart. Mit Namibia sei eine Rückgabe im Frühjahr vereinbart worden. Die Regierung bereitet nach Bauers Worten eine rechtliche Grundlage vor, die bald vom grün-schwarzen Kabinett beschlossen werden soll.

Namibia war früher die Kolonie Deutsch-Südwestafrika. Hendrik Witbooi war während der deutschen Kolonialzeit im heutigen Namibia Anführer der Nama-Gruppen. Seine private Bibel wurde vermutlich im Jahr 1893 bei einem Angriff deutscher Truppen auf Witboois Regierungssitz erbeutet. Als Schenkung gelangte sie an das staatliche Linden-Museum, dessen Mitträger die Stadt Stuttgart ist. Namibia hat bereits vor längerer Zeit um die Rückgabe gebeten. Bauer sagte, die Rückgabe („Restitution“) der Gegenstände solle mit Projekten zur Aufarbeitung der gemeinsamen Geschichte verbunden werden. dpa