Kultur

Film Das Filmfest München positioniert sich zur Berlinale

Glanz und Technik im Wettstreit

Wohin mit den High Heels, wenn man barfuß ist und die Hände mit Blumen und einem Filmpreis voll hat? Emma Thompson klemmt die Riemen ihrer Sandalen kurzerhand zwischen die Zähne und geht mit breitem Grinsen von der Bühne. Auf dem Filmfest München wurde die 59 Jahre alte britische Schauspielerin mit dem Ehrenpreis gewürdigt, dem CineMerit Award. Jeder, der ein Ticket ergattert hatte, konnte dabei sein. Denn München ist ein Publikumsfestival mit der Tradition, dass Filmgrößen wie Oscar-Preisträgerin Julie Christie oder „Breaking Bad“-Star Bryan Cranston nicht hinter Absperrbändern verschwinden, sondern ihren Fans jede Menge Fragen beantworten.

Glamour trifft auf Effekte

Eine schöne Idee – und doch gibt es immer wieder Kritiker, die mehr Glamour fordern und am liebsten hätten, dass das Festival die Filmfestspiele in Berlin übertrumpft. Verglichen mit der Berlinale ist München aber einige Nummern kleiner.

„Bayerns Ministerpräsident will die Berlinale vom Platz kicken. Der 1. Filmclub München gegen den 1. FC Berlin“, lästerte der Berliner „Tagesspiegel“. Große Premieren internationaler Kinofilme finden mittlerweile vor allem in Berlin statt. München punktet dagegen mit vielen Produktionsfirmen und Unternehmen, die für digitale Effekte und Animationen in Filmen sorgen. Hier will Filmfestchefin Diana Iljine ansetzen. Virtuelle Realität, Computerspiele, Animationsfilme und TV-Serien – all das soll noch stärker präsent sein. Bleibt die Frage nach dem Glamour. Dass in München nicht so viele Hollywood-Stars unterwegs sind wie in Cannes, liegt mit am Budget, das mit derzeit noch rund 4,5 Millionen Euro weit hinter großen Festivals zurückbleibt.