Kultur

Geburtstag Der US-amerikanische Regisseur, Drehbuchautor und fünffache Oscar-Preisträger Francis Ford Coppola wird am Sonntag 80 Jahre alt

Große Filme, Geschäfte – und Wein

Archivartikel

Vierzehn Mal war Francis Ford Coppola für einen Oscar nominiert. Fünf Mal gewann er Hollywoods begehrten Preis, zuletzt 1975 für das Drehbuch von „Der Pate – Teil II“. Das ist lange her, doch der Regisseur, Produzent und Autor mischte auch bei den letzten drei Oscar-Verleihungen mit, jetzt in seiner Rolle als Hobby-Winzer. Coppola, der an diesem Sonntag 80 Jahre alt wird, verköstigte die Gäste mit edlen Tropfen von seinen kalifornischen Weingütern.

Nach vielen Jahrzehnten im Filmgeschäft ist er (auch) zum Geschäftsmann geworden. Sein Unternehmen „The Family Coppola“ umfasst neben Weingütern auch Luxusresorts unter anderem im süditalienischen Bernalda, der Heimat seines Großvaters. In San Francisco betreibt er die Film-Produktionsfirma American Zoetrope und stellt unter dem Namen „Mammarella Foods“ Nudeln und Saucen her.

Der in New York aufgewachsene Sohn des Musikers Carmine Coppola und der Schauspielerin Italia Coppola hat Risiken nie gescheut. Mit „Apocalypse Now“ (1979), dem aufwendigen Schreckensgemälde über den Vietnamkrieg, brachte sich der Regisseur nervlich und finanziell an den Rand des Ruins.

Debüt mit 22 Jahren

Ehefrau Eleanor – seit über 55 Jahren an seiner Seite – hielt das fast zweijährige Dreh-Drama im philippinischen Dschungel, mit den Hauptdarstellern Marlon Brando und Martin Sheen, im Dokumentarstreifen „Reise ins Herz der Finsternis“ fest. Die Mühen um das Kriegs-Epos wurden mit zwei Oscars und einer Goldenen Palme in Cannes honoriert. Seine Liebe zum Film entdeckte Coppola schon mit zehn Jahren, als er, an Kinderlähmung erkrankt, ans Bett gefesselt war und Zeit hatte, Filme zu schauen. Später besuchte er die Filmakademie in Los Angeles, drehte mit 22 Jahren seinen ersten Film („Das gibt es nur im Wilden Westen“) und holte sich 1970 mit dem Drehbuch zu „Patton – Rebell in Uniform“ den ersten Oscar.

Den Durchbruch als Regisseur schaffte er 1971 mit der genialen Verfilmung von Mario Puzos Bestseller „Der Pate“, der zwei Fortsetzungen folgten. Die Mafia-Trilogie wurde mit Preisen überhäuft und zählt zu den wichtigsten Filmerzählungen des 20. Jahrhunderts. Coppolas Erfolgssträhne – als Produzent, Drehbuchautor oder Regisseur – belegen auch „Der Große Gatsby“, „Bram Stoker’s Dracula“ oder der Justiz-Thriller „Der Regenmacher“. Nach zehnjähriger Regie-Pause meldete sich der Altmeister 2007 mit der mysteriösen Liebesgeschichte „Jugend ohne Jugend“ zurück. Die Kritiken für das experimentelle Werk über Alter und Jugend, unter anderem mit Bruno Ganz und Alexandra Maria Lara, waren gemischt. Coppola blieb ungerührt. „Ich habe den Film gemacht, den ich machen wollte“, erklärte er. In Cannes zeigte er 2009 das schwarz-weiße Familiendrama „Tetro“. „Ich kann jetzt die Filme realisieren, die ich als junger Mann gerne gemacht hätte“, freute sich Coppola über seine späte Freiheit.

Erfolgreiche Kinder

Er ist das Oberhaupt eines Familienclans mit vielen Filmschaffenden. Tochter Sofia (47) holte sich 2005 mit dem vom Vater produzierten Film „Lost in Translation“ einen Drehbuch-Oscar, auch Sohn Roman (53) führt Regie und schreibt Skripte. Seine Schwester Talia Shire und seinen Neffen Nicolas Cage spannt der beleibte Italo-Amerikaner gerne für seine Projekte ein. dpa/tog