Kultur

Klassik/Pop „Symphonic Rock“ im Mannheimer Rosengarten

Großtaten vor leerem Rang

Eigentlich ist es zum Schreien. Denn der Mannheimer Abend mit „Symphonic Rock in Concert“ ist so gut, dass er ein ausverkauftes Haus zu Jubel hinreißen müsste. Dass nur einige hundert Zuschauer die Reihen im Mozartsaal des Rosengartens füllen, um zwei Stunden geballte orchestrale Performance zu erleben, ist daher ein Zeichen doppelter Missgunst.

Denn zum einen sind es die bemerkenswerten Orchestermusiker der Neuen Philharmonie Frankfurt, die zeitlose Hits der Rockgeschichte zwischen Deep Purple und den Rolling Stones in melodische Roben hüllen, die eine vierköpfige Instrumentalband nur noch stilvoll veredeln muss. Zum anderen verlassen selbst hartgesottene Rockfans den Saal nicht ohne dieses strahlend-enthusiastische Lächeln prägender Erlebnisse auf den Lippen – und das hat Gründe. Mit Achim Dürr, Karsten Stiers und Katrin Glenz stehen drei Gesangssolisten auf den Brettern, die sich bestens auf ihre Metiers verstehen und auch gegen satte Streicherpracht zu bestehen wissen.

Gläserner Sopran

Karsten Stiers Version von Queens „Bohemian Rhapsody“ ist so exakt gesungen, dass die Fans sich zu stehenden Ovationen hinreißen lassen, Achim Dürrs satte Interpretation des Led Zeppelin-Klassikers „Kashmir“ ist schlicht großartig, und Katrin Glenz liefert für die Gothic-Band Evanescence mit „Bring Me To Life“ ein gläsernes Sopran-Exempel. Allein: Es hilft ja nichts. Wo mit „Rock Meets Classic“ und der „Night Of The Proms“ zwei Formate mit ähnlichem Konzept und größerer Stardichte aufwarten, tragen sich jetzt musikalische Großtaten vor beängstigend leeren Rängen zu. Ein Trauerspiel für Fans und Musiker. mer