Kultur

Gutes Klima

Wer, wenn nicht die Kirchen, sollten sich um den Klimaschutz kümmern? Die Bewahrung der Schöpfung ist einer ihrer originären Aufträge – und die katholische Diözese Rottenburg-Stuttgart versucht, diesen nun zu erfüllen. Bis 2050 will das Bistum, dessen CO2-Ausstoß im Jahr 2015 bei knapp 91 000 Tonnen lag, vollständig klimaneutral arbeiten. Mit Hilfe von zwei Klimaschutzmanagern sowie eigens erarbeiteten Nachhaltigkeitsrichtlinien soll es gelingen, diese klimaschädigende Menge um 85 Prozent zu verringern. Unter anderem sollen Kirchengebäude möglichst umweltfreundlich gebaut und saniert sowie regenerative Energien genutzt werden. Mitarbeiter sollen Dienstreisen möglichst schadstoffarm gestalten sowie fair und umweltfreundlich hergestellte Produkte nutzen. 15 Millionen Euro sind bis 2020 für die Umsetzung vorgesehen.

Im Zuge der Flachdachsanierung des Hauses wurde außerdem ein zusätzliches Photovoltaikelement zur Stromerzeugung und zum Betrieb einer Stromtankstelle für das neue E-Auto der „Stabsstelle Mediale Kommunikation“ im Bischofshaus installiert. Derzeit werden rund die Hälfte des Energieverbrauchs im Gebäude mit dem durch die Sonne erzeugten Strom abgedeckt. Zudem erhielt das Dach auf 170 Quadratmetern eine „Wiese der Nachhaltigkeit“ für den Insektenschutz. Dem Artenschutz dienen auch zwei neue Bienenstöcke vor dem Bischofshaus, in denen fortan bischöflicher Honig hergestellt wird.

Das ist nicht nur eine gute Nachricht für den Umweltschutz, sondern auch generell eine gute Nachricht im ansonsten oft negativ geprägten Nachrichtengeschehen. Stefanie Ball