Kultur

Filmfestspiele Wenders dreht Papst-Doku / #MeToo-Proteste

Haltung gezeigt

Wim Wenders hat gestern Abend bei den Filmfestspielen in Cannes eine Dokumentation über Papst Franziskus präsentiert. In „Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes“ geht es nicht um dessen Biografie, sondern vielmehr um seine Ideen, Meinungen und Überzeugungen. „Die Welt heute ist eine taube Welt“, sagt der Papst darin. Viele seien gleichgültig dem Leiden anderer gegenüber. Der Papst prangert in dem Film soziale Missstände an: „Es gibt heute viel Armut, das ist ein Skandal“, sagt er. „Der Versuchung des Reichtums erliegen viele, auch in der Kirche.“

Es habe ihn sehr beeindruckt, wie sich der Papst auf seine Fragen eingelassen habe, berichtete der 72 Jahre alte Filmregisseur Wenders im Interview der Nachrichtenagentur dpa anlässlich der Premiere am Sonntagabend. „Was mir wirklich nahe gegangen ist, ist seine tiefe Sorge um den Planeten.“

Bereits am Samstagabend hatten 82 Schauspielerinnen, Regisseurinnen und Produzentinnen auf dem roten Teppich in Cannes die #MeToo-Bewegung gegen Sexismus und Ungleichheit unterstützt. Die diesjährige Jurypräsidentin Cate Blanchett und die 89-jährige Agnès Varda trugen ein Plädoyer vor, in dem sie auf mehr Gleichheit für Frauen in der Filmbranche pochen. In der bewegenden Rede erinnerten die zwei Frauen daran, dass bislang 71 Regisseure eine Goldene Palme gewannen, jedoch mit Jane Campion nur eine Frau. Die neuseeländische Regisseurin erhielt die goldene Trophäe 1993 für „Das Piano“. dpa