Kultur

Erstes von zwei Konzerten in SAP Arena

Helene Fischer in Mannheim: Ein Warmlaufen der Superlative

Archivartikel

Mannheim.Es bleibt dabei: Wenn Helene Fischer in der Mannheimer SAP Arena gastiert, kennt der Jubel keine Grenzen. Daran ändert auch die sechste ausverkaufte Show in zehn Monaten nichts. Vielmehr bestätigt sich mit den stolzen 55.000 Zuschauern, die bereits im Oktober 2017 an fünf aufeinanderfolgenden Abenden die Arena der Quadratestadt füllten, eine Spur des Erfolgs, die ihre Wirkung getan hat – und das gleich auf beiden Seiten. Denn nach den großen Stadionkonzerten im Sommer ist es just das südwestliche Parkett, das sich Fischer ausgewählt hat, um sich an zwei nahezu ausverkauften Abenden auf die bevorstehende Hallentournee und damit auch auf jene Konzerte in Wien und Berlin vorzubereiten, die sie wegen Krankheit hatte verschieben müssen.

Dabei lässt sich eines nach 200 Minuten vor 11.000 Fans in Mannheim sagen: Wer im vergangenen Oktober schon mit dabei war, für den hat Fischer keine riesigen Überraschungen im Gepäck – was der Wirkung der Inszenierung als Ganzem aber keinen Abbruch tut. Denn auch an diesem Abend sind es neben dem Schlagerstar vor allem die Artisten des „Cirque du Soleil“-Departements „45 Degrees“, die weit mehr als einen visuellen Bilderrahmen bieten und mit ihren dramaturgisch aufgeladenen Darbietungen tief imponieren. Von akrobatischen Pirouetten am Höhenseil bis hin zu artistischen Choreographien in einer wohnhaushohen Bühnenbox vollführen die Artisten eine schier endlose Zahl an optischen Kunststücken, die Fischer in gymnastischer Perfektion anführt – und dabei freilich auch die sängerische Performance nicht aus dem Blick verliert.

Dass es Fischer dabei tatsächlich gelingt, die Doppelbelastung zwischen Körper und Geist mit einem Hauch von Leichtigkeit zu etikettieren, zahlt ohne Zweifel auf die Faszination ein, die sich von Song zu Song potenziert. Zeitlos gewordene Klassiker wie „Phänomen“ oder „Achterbahn“ sind da nur ein Teil einer Atmosphäre, die sich in der gewollten Nähe zum Publikum bis hin zum gemeinsamen Auftritt mit Fan Annika zu „100 Prozent“ progressiv fortsetzt.

Dass sich die Show dabei – im wahrsten Sinne des Wortes – als atemloses Spektakel präsentiert, das zwischen Balladen wie „Die schönste Reise“ und Techno-Interpretationen wie „Herzbeben“ vibriert, markiert auch den Anspruch für alles, was in den kommenden Wochen für die Fans in Deutschland und Europa noch kommen soll. Denn auch, wenn der Veranstalter die Sonderkonzerte in Mannheim streng genommen nur als öffentliche Generalprobe für weitere Großtaten bezeichnete: In diesen guten drei Stunden zeigen sie sich als Warmlaufen der Superlative.

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