Kultur

Geburtstag Autorin Margaret Atwood wird 80 Jahre alt / Ihr frühes Meisterwerk „The Handmaid’s Tale“ erinnert an die heutigen USA

Hellsichtige Friedenspreisträgerin

Archivartikel

Es war vor zwei Jahren, als Frauen weltweit Margaret Atwoods Dystopie „The Handmaid’s Tale“ (1985, „Der Report der Magd“) Realität werden ließen. Nicht nur vor dem US-Kapitol zogen Demonstrantinnen mit rotem Umhang und weißer Haube auf, um gegen die Verschärfung der Abtreibungsgesetze zu demonstrieren. Ihr Outfit glich dem der entrechteten Gebärmaschinen einer fundamentalchristlichen Diktatur aus Atwoods Buch.

Die Politik der Gegenwart und eine gefeierte Serien-Adaption machten Atwoods mehr als 30 Jahre altes Werk bekannter und aktueller denn je. Angesprochen auf die Parallelen sagte Atwood im September der „New York Times“: „Rechtsextremisten existieren und sie kommen heraus, wenn die Bedingungen günstig sind. Wie in den Vereinigten Staaten gerade.“ Dass nun Demonstrantinnen die von ihr erdachte Kleidung für den Protest nutzen, nannte sie „eine brillante Taktik“. Am 18. November wird die kanadische Schriftstellerin 80 Jahre alt.

Vor zwei Jahren, im Oktober 2017, wurde sie mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Geehrt wurde sie für „Humanität, Gerechtigkeitsstreben und Toleranz“ in ihrem Schaffen. Nicht nur wegen ihres beeindruckenden Lebenswerks hört man Atwood zu, wenn sie – wie damals auf der Frankfurter Buchmesse – die heutige Zeit mit der vor dem Zweiten Weltkrieg vergleicht. „Das erinnert an die 1930er Jahre“, sagte sie da. Wie damals gebe es starke totalitäre Tendenzen – mit dem Unterschied, dass sie diesmal vor allem auch in den USA zu beobachten seien.

Gewaltiges Gesamtwerk

Für literarisches Aufsehen sorgt Atwood, die 1939 in Ottawa geboren wurde, schon lange. Seit den 1960er Jahren schrieb die zierliche, energische Frau mit den krausen Locken ein gewaltiges Werk von mehr als 50 Büchern zusammen.

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