Kultur

Geburtstag US-Regisseur George Lucas wird am Dienstag 75 Jahre alt / Mit viel Fantasie und Gespür für gute Geschichten hat er Kino-Erfolge der Superlative gefeiert

Herrscher über das „Star Wars“-Imperium

Als Schöpfer der Sternensaga „Star Wars“ ist George Lucas weltberühmt. Dabei hat der US-Regisseur das Kapitel eigentlich längst abgeschlossen. Fast 15 Jahre ist es her, dass er selbst als Regisseur bei „Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith“ (2005) hinter der Kamera stand und sich das Drehbuch ausdachte. 2012 zog er einen Schlussstrich, als er sein „Star Wars“-Universum mit der Firma Lucasfilm an den Unterhaltungs-Riesen Disney verkaufte – für rund vier Milliarden Dollar.

Am Dienstag feiert Lucas seinen 75. Geburtstag. Doch der ergraute Filmemacher lehnt sich auf seiner Skywalker Ranch im ländlichen Marin County, nördlich von San Francisco, nicht einfach zurück. In Los Angeles legte er vor einem Jahr den Grundstein für sein Museum „Lucas Museum of Narrative Art“, das er 2021 einweihen möchte. Das Museum solle die Fantasie der Besucher beflügeln und sie zum Träumen inspirieren „über das hinweg, was für möglich gehalten wird“, sagte Lucas in einer Mitteilung.

Entdecker junger Talente

Lucas, der sich als Filmstudent in Los Angeles mit Francis Ford Coppola anfreundete, hatte früh einen Riecher für gute Storys und Talente. Für „American Graffiti“ (1973), seinen ersten großen Regieerfolg, heuerte er die damals unbekannten Jungschauspieler Ron Howard, Richard Dreyfuss und Harrison Ford an. Als Autor und Regisseur wurde er für zwei Oscars nominiert. „Krieg der Sterne“ brachte Lucas vier Jahre später Weltruhm und Millioneneinnahmen – und zwei weitere Oscar-Nominierungen.

Den ersten „Star Wars“-Film bastelte Lucas noch mit einem kleinen Team in einer Garage in einem Vorort von Los Angeles. Doch schnell setzte er sich von Hollywood ab und gründete bei San Francisco das Spezial-Effekt-Imperium Industrial Light & Magic. Es war sein „Rebellen-Stützpunkt“, um sich von etablierten Studios abzusetzen, heißt es heute auf der Lucasfilm-Webseite.

Hat ihm Hollywood das übelgenommen? Im Gegensatz zu seinem guten Freund Steven Spielberg, dem er mit Ideen und als Produzent bei der „Indiana Jones“-Serie zur Seite stand, hat Lucas nie einen Oscar gewonnen. Drei Jahre, nachdem er sein „Star Wars“-Imperium an Disney abgetreten hatte, kam mit „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ unter der Regie von J.J. Abrams der siebte Film auf die Leinwand.

Lucas reagierte melancholisch – und auch kritisch. Herausgekommen sei ein „Retro“-Film, statt mit neuen Planeten und Raumschiffen ein neues Werk zu schaffen, klagte Lucas 2015 im Interview mit Journalist Charlie Rose. „Dies sind meine Kinder. All die ,Star Wars’-Filme“, sagte Lucas. „Ich liebe sie, ich habe sie erschaffen, ich bin sehr eng mit ihnen verbunden.“ Die Trennung sei „sehr, sehr, sehr schwer“ gewesen.

Wenn im Dezember der neunte „Star Wars“-Film „Der Aufstieg Skywalkers“ in die Kinos kommt, könnte darin Lucas’ Handschrift zu finden sein. Regisseur und Autor Abrams verriet im April im Interview mit dem Newsservice IGN, dass er sich noch vor Schreiben des Skripts mit Lucas getroffen habe.