Kultur

Klassik Preisträgerkonzert der Musikhochschule im Schloss

Hochkarätige Kostproben

Archivartikel

Mannheim.In der Mittelachse des Mannheimer Schlosses befindet sich der prunkvolle Rittersaal: Ein würdiger Rahmen für die hochkarätigen Kostproben des zweiten Preisträgerkonzerts der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim, das der Freundeskreis ausrichtet.

Zum Auftakt des ersten Teils nationaler und internationaler Preisträger modelliert Pianistin Xueqi Dong Mozarts Fantasie c-Moll klar und plastisch und Ji Su Lees Spiel der Grande Polonaise brillante von Chopin perlt funkelnd und mühelos über die Tasten des Flügels. Das Leid der „Wehmut“ von Schumann nimmt die Zuhörer atmosphärisch durch die Interpretation von Ursula Hensges Sopranstimme, begleitet von Eun Young Lee am Flügel, gefangen.

Sehr abwechslungsreich ist die Kammermusik aus Romantik und früher Moderne: mal innig und getragen von der Oboistin Ayaka Nishino zusammen mit Eunkyeong Kim am Klavier oder beeindruckend virtuos und spielerisch von der Flötistin Kathrin Haberkern und ihrer Begleiterin Atsuko Kinoshita dargeboten. Besonders bei der strengen thematischen Arbeit im zweiten Satz von Wolfgang Hofmann sind der Klarinette (Vasyl Riabitskyi) und Klavier (Julia Bayer) absolut präzise aufeinander abgestimmt.

Der launige zweite Teil des Abends, von Preisträgern für „Schulpraktisches Klavierspiel“ gestaltet, wird von Johanna Götz‘ mitreißender stimmlicher Darbietung zu einer einfachen und wirkungsvollen Klavierbegleitung eingeleitet. Patrick Schilling bringt das Publikum mit dem Veganer-Song und dem Refrain: „Ich habe Fleischeslust“ zum Lachen. Gekonnt variiert Martin Petermann die Strophen des schwedischen Volkslieds „Vem kan segla“, und am Ende zeigen Aaron Kreidenweis-Thomas und Sarah Ringwald, wie unterschiedlich das Lied „Sway“ arrangiert und interpretiert werden kann – die hohe Kunst des schulpraktischen Klavierspiels.