Kultur

Theater Christiana Morganti erzählt im Pfalzbau von Pina Bausch

Höchst lebendige Geschichte des Tanzes

Im langen roten ärmellosen Kleid tanzt Christiana Morganti auf die Bühne. Sie bewegt sich schnell und geschmeidig. Dabei erzählt sie schon in der Eröffnungssequenz mit den Armen und den raffinierten Wendungen ihres Körpers eine kleine Geschichte. Außer Atem rückt sie danach ihr Kleid zurecht. „Wenn ich aufgeregt bin, tanze ich ohne zu atmen“, sagt die Tänzerin. Außerdem sei ihr Kleid zu eng. „Vielleicht bin ich zu breit geworden?“, sagt Morganti und versetzt der Szene eine Portion Witz und Selbstironie.

Mischung aus Tanz und Bericht

Der ehemaligen Tänzerin vom Tanztheater Wuppertal, das unter der Leitung von Pina Bausch Weltruhm erlangte, ist so im Ludwigshafener Pfalzbau ein wunderbarer Einstieg gelungen. Über 20 Jahre lang hat Morganti im Ensemble der Choreographin getanzt. Sie ist ein Teil der außergewöhnlichen Werke, die Bausch seit der Spielzeit 1973/74 in Wuppertal bis zu ihrem Tod 2009 geschaffen hat. Vor fünf Jahren hat Morganti das weiter bestehende Tanztheater Wuppertal verlassen.

In „Moving with Pina“ dankt Morganti der Bausch, „für alles, was sie mich gelehrt hat.“ Mit einer wohldosierten Mischung aus Tanz und Bericht lässt die aus Italien stammende Künstlerin an der Arbeitsweise der Choreographin teilhaben. Dabei erzählt sie mit viel Humor und voller Respekt von der Kritikerin Bausch, die im täglichen Leben eher schüchtern war. Aber bei der Arbeit liebte sie es zu korrigieren. So etwa in dem Stück „Kontakthof“ (1978), wo es um den Klang der Schritte geht. Oder bei „Frühlingsopfer“ (1975) zum Thema Wind, der beim Laufen der Tänzer im Kreis entsteht. Oder in „Viktor (1986), wo Morganti ihre Füße trotz des schwierigen Balance-Akts zusammenhalten musste, um den Bewegungen im Oberkörper mehr Dringlichkeit zu geben.

Bausch hat mit ihrem ganzen Körper geschaut, sagt die temperamentvolle Italienerin, die selbst eine gefragte Choreographin ist. Es sei Bausch immer um die echte Emotion als Ursprung von Bewegung gegangen. In den von ihr getanzten Ausschnitten aus Bauschs Repertoire liefert sie den Beweis.