Kultur

Konzert Bell Bottom Blues Band bot Bekanntes und weniger Bekanntes von „Mister Slowhand“

Hommage an Eric Clapton

Archivartikel

Was 2005 als kleines Musikprojekt im Würzburger Bockshorn begann, hat sich über die Jahre weiter entwickelt und fand nun seinen vorläufigen Höhepunkt im Heidingsfelder Radlersaal. Einige Würzburger Musiker hatten die Idee, einen Abend nur mit Musik ihres Idols Eric Clapton zu präsentieren.

Frau der ersten Stunde ist auch Linda Schmelzer. Die Sängerin hat beste Kontakte in die Musikszene.

Nur mit örtlichen Musikgrößen sollte das Konzert nicht stattfinden. Sie nahm Kontakt mit Frank Diez auf, einer der Mitbegründer der Peter Maffay Band, und der schon mit Eric Burdon spielte. Der Berliner sagte spontan zu und so entwickelte sich über die Jahre eine enge Beziehung der örtlichen Musiker mit der internationalen Musikszene.

Man hatte sich als Ziel gesetzt, in jedem Jahr ein bis zwei Konzerte zu geben, und das Interesse der Zuhörer nahm stetig zu. In diesem Jahr hätte man den Radlersaal gut und gerne doppelt füllen können.

„Wenn ich so in die Reihen schaue, sehe ich viele, die morgen nicht mehr arbeiten müssen. Da können wir ja ein bisschen länger spielen“, bemerkte Schmelzer scherzhaft von der Bühne. Sie übernahm auch die textliche Einführung in den Abend und stellte die unterschiedlichen Gastmusiker umfassend da. Das ganze Projekt firmiert unter dem Namen „Bell Bottom Blues Band“ und nimmt damit Bezug auf einen Song von Eric Clapton. Neben Frank Diez war auch John Idan mit von der Partie. Der Gitarrist und Sänger der Yardbirds zeigte, was er noch in den Fingern verspürt, und zupfte an seiner Gitarre, wie in den besten Zeiten. Mit Songs wie „Sunshine of your love“, „Layla“, oder „Wonderful tonight“ wurden bekannte Stücke des Ausnahmemusikers Clapton gespielt, aber auch viele weniger bekannte Songs erklangen. Dabei stehen die Musiker der Bell Bottom Blue Band den internationalen Größen in nichts nach. Jochen Volpert (Gitarre), Klaus Wolf (Gitarre), Jo Lang (Bass), Stefan Schön (Schlagzeug), Marquis de Shölch (Hammond/Piano/Keyboard) sowie die Stimmen von Uwe Heppenstiel, Carola Thieme und Linda Schmelzer präsentierten „The very Best of Eric Clapton“.

Absoluter Stargast war aber Pete York. Der Schlagzeuger der Spencer Davis Group – er spielte selbst mit Eric Clapton zusammen – demonstrierte, welch fantastischen Töne aus einem Schlagzeug herauszuholen sind.

Tosender Applaus

Tosender Applaus war der Dank des Publikums, darunter nicht nur Würzburger, sondern auch Fans aus dem ganzen süddeutschen Raum. „Ich war beim ersten Konzert 2005 mit dabei und bin sehr angetan, wie sich das Projekt seitdem entwickelt hat“, zeigte sich Hermann Berst begeistert. Ähnlich ging es Hubert Marquardt. Er verfolgt das Musikspektakel schon seit Jahren, aber so eine tolle Mischung wie in diesem Jahr hatte auch er noch nicht erlebt. Kein Wunder, dass es ein langer Abend wurde im Heidingsfelder Radlersaal. Einen „unvergesslichen Konzertabend mit Songs aus fünf Jahrzehnten Musikhistorie“, versprach Linda Schmelzer und die Besucher wurden nicht enttäuscht. Stücke von 1965 bis heute zeigten die unterschiedlichen Lebensstationen von Eric Clapton, der nach Jimi Hendrix als bester Gitarrist der Welt gilt, sowohl die freudigen, als auch die tief betrübten. Musik aus seinen Bands „John Mayall & the Bluesbrakers“, „Cream“, „Blind Faith“, „Derek & The Dominos“, aber auch Stücke aus Claptons Solo-Zeit formten ein umfassendes Bild des Ausnahmekünstlers.

Nach Ende des Konzerts konnte man noch viele Besucher die Songs von „Mister Slowhand“ summen hören, so eindringlich war der Abend für sie gewesen.