Kultur

Komik Der sechste Mannheimer Comedy Cup wurde im Capitol vergeben

Humor und Jugendsünden

Archivartikel

Das ausverkaufte Capitol hat sich in einen Humor-Tempel verwandelt: Der Mannheimer Comedy Cup gehört inzwischen zu den renommiertesten Komiker-Preisen in Deutschland. Thorsten Riehle, Geschäftsführer des Capitols, Comedy-Autor Roland Junghans, Gregor Spachmann, Geschäftsführer von Radio Regenbogen sowie Sängerin Anna Krämer und Stand-Up Comedian Jens Wienand kürten als Jury Luca Brosius als besten Newcomer.

Das rund 700-köpfige Publikum stimmte unter den vier professionellen Künstlern ab – und entschied sich für Peter Löhmann. Der Deutsch-Schweizer gewann mit einer hauchdünnen Mehrheit an Stimmen vor Tamika Campbell. Jens Schneider führte durch das Programm. Daniel Helfrich, Vorjahressieger unter den Professionals, unterhielt die Besucher mit einem kurzweiligen Auftritt.

Die 6. Auflage des Wettbewerbes wurde zum ersten Mal per Livestream übertragen. Bei den Professionals machte die Wahl-Wienerin Sonja Pikart den Anfang. Mit den Worten „Hallo, ich bin depressiv“, begrüßte sie die Zuschauer, um darüber zu philosophieren, warum Depressionen eigentlich eine tolle Krankheit sind. Jacqueline Feldmann erzählt, wieso sie ihre Stelle als Finanzbeamtin kündigte, um auf der Bühne zu stehen. Ihre Imitation von eingebildeten Tussi sorgt für viel Gelächter. Tamika Campbell erklärt, warum sie lieber eine Frau als eine Dame ist – mit nicht ganz jugendfreiem Vokabular.

Launige Zeitreise

Peter Löhmann nimmt das Publikum mit auf eine Zeitreise in die 80er. „Wir haben so viel Scheißdreck gebaut, und es gibt keine Beweise.“ Bei den Newcomern punktete Luca Brosius mit messerscharfen Parodien von Jogi Löw bis Rainer Callmund. Janine vom Olivenbaum wurde Opfer von Bodyshaming –aufgrund ihrer Stirn. „Die Chance, dass ich eines Tages berühmt werde, ist hoch. Aber meine Stirn ist höher.“ Der Mannheimer Student Mathias Haze lamentiert über vorzeitigen Haarausfall. Sven Garrecht und Band singen über das „Leben am Limit“, Nick Schmid sinniert über kulturelle Unterschiede der Fußballkommentatoren.

Und Thomas Spitzer überlegt, welche unnötigen Funktionen ein Schweizer Taschenmesser noch haben könnte. Tosender Beifall belohnt die Beteiligten. cap