Kultur

Klassik In Heidelberg spielen Bomsori Kim und Rafal Blechacz

Ideale Partnerschaft

Archivartikel

Helle Begeisterung schon zur Pause mit Bravos, entsprechend auch am Konzertende: Die Geigerin Bomsori Kim und der Pianist Rafal Blechacz spielten sich beim Heidelberger Frühling in die Herzen der Hörer in der Stadthalle und dankten mit einer Bearbeitung des Chopin-Nocturne Nr. 20 als Zugabe. Reverenz ans Heimatland des Pianisten, Reverenz aber auch an den süchtig machenden Zauber, den Bomsori Kim hier ihrem Instrument entlockt.

Subtile Zwischentöne

Den Begriff „Frühling“ übersetzte das Duo mit der F-Dur-Sonate von Mozart (KV 376) als quellfrische Spielfreude, immer angereichert mit subtilen, dialogisch fundierten Zwischentönen. Blechacz’ perlendes Klavierspiel und die fein austarierte, kantilene Substanz dieser Geigerin ergaben eine entspannt wirkende Gefühlslage, war Mozart doch gerade auch in dieser Sonate von den Göttern geküsst.

So süffig die erste Violinsonate von Gabriel Fauré insgesamt erscheint, so entstand diese Wirkung aus der genauen Durchdringung des Materials, denn Temperament und Romanze, Übermut und geheimnisvolle Aura sind mit der Interpretation von Kim/Blechacz eingebettet in eine spieltechnische Harmonie und Balance der Stimmungen. Dieses Niveau setzte sich fort in der (berühmten) Sonate in g-Moll von Claude Debussy, in der sich Struktur und Farben in hinreißendem Wechselspiel als Liebeserklärung ans Genre ergänzten.

Karol Szymanowski (1882-1937) hat kurz nach der Wende zum 20. Jahrhundert seine Violinsonate in d-Moll (op. 9) vorgelegt. Voll spätromantischer Sehnsucht und schwerblütiger Substanz im Kopfsatz und einem feurig aufgewühlten Finale, dazwischen ein Pas de deux wie eine Liebesgeschichte – und alles aufregend intensiv von zwei exzellenten und ausgezeichnet aufeinander eingespielten Instrumentalisten erzählt. – So schön kann Musik sein. Und hinterher waren Bomsori Kim und Rafal Blechacz in der Frühlings-Lobby von Autogrammjägern umlagert.