Kultur

Klassik Jubiläumskonzert der Schwetzinger Mozartgesellschaft

Im Andenken an „ein himmlisches Genie“

Archivartikel

„Mozart (...), nicht nur ein Name, sondern ein himmlisches Genie, das auf diese Erde kam, dreißig und einige Jahre blieb, und als er die Welt verließ, war sie neu, bereichert und durch seinen Besuch gesegnet.“ Diesem Gedanken Leonard Bernsteins, den Schwetzingens Oberbürgermeister und Schirmherr des Festkonzerts „50 Jahre Mozartgesellschaft“, René Pöltl, im Grußwort zitierte, hätten die Gründer der Mozartgesellschaft zugestimmt, als sie am 30. April 1969 die Gründungsurkunde unterschrieben. Die Ziele waren damals so aktuell wie heute: die Pflege von Mozarts Œuvre.

Würdige Feier

Am 6. Juli 1969 fand das erste Konzert im Rokokotheater statt. Auf dem Programm standen unter anderem Mozarts Hornkonzert und die Haffner-Sinfonie. Sie erklangen auch beim Jubiläumskonzert, diesmal im prachtvollen Mozartsaal, wo vor 256 Jahren das Salzburger Genie vor Kurfürst Carl-Theodor sein Können präsentierte. Die würdige Feier mit wohlgesetzten musikalischen Akzenten des Südwestdeutschen Kammerorchesters Pforzheim unter der Leitung von Timo Handschuh machte die Bedeutung der Mozartgesellschaft für das Schwetzinger Kulturleben deutlich.

Die Grußworte hatten den gleichen Tenor: Die Mozartgesellschaft hat durch ihr vielfältiges und hochkarätiges Musikangebot bedeutende Akzente im Musikleben gesetzt. Auf spektakuläre Weise rückte der Soloflötist Jörg Krämer in seinem Festvortrag Mozarts Librettisten Lorenzo Da Ponte ins Zentrum. Die Attraktion des Abends bildete das Hornkonzert Nr. 2 Es-Dur KV 417. Zu verdanken war dies der Hornistin Sibylle Mahni. Ihre Phrasen erklangen geschmeidig, weich oder metallisch – was immer der Solopart an Ausdruck verlangte. Und das Südwestdeutsche Kammerorchester ließ sich von ihrem Elan anstecken.

Auch die zündende Interpretation der Haffner-Sinfonie D-Dur KV 385 begeisterte. Das Orchester hob verschiedenste Klangfarben hervor, Bläser und Pauken bildeten ein wirkungsvolles Gegengewicht zu den Streichern. Die klangliche Schönheit der Zugabe, des Menuetts aus der Es-Dur-Sinfonie KV 545, beendete die Jubiläumsveranstaltung. herlo