Kultur

Auszeichnung Grammy-Gala in Los Angeles mit weiblicher Dominanz / Begehrter Musikpreis für beste Aufnahme erstmals an Rapper

Im Zeichen der Frauen

Als erster Rapper hat Childish Gambino bei der Grammy-Verleihung den Hauptpreis für die beste Aufnahme des Jahres gewonnen. Sein Song „This Is America“ setzte sich bei der Gala in Los Angeles unter anderem gegen Drake mit „God’s Plan“ sowie Kendrick Lamar und SZA mit „All The Stars“ durch. „This Is America“ gewann auch den Preis für das beste Lied des Jahres. Childish Gambino, bürgerlich Donald Glover, hatte vor vor allem mit dem dazugehörigen Musikvideo, das voller Metaphern rund um Rassismus und Waffengewalt in den USA steckt, für Gesprächsstoff gesorgt.

Einige Stars bleiben der Gala fern

Childish Gambino rappt über die Widersprüche eines Lebens als Afroamerikaner in den Vereinigten Staaten. Er erschien nicht zu der Verleihung. Auch Beyoncé und Jay-Z, Taylor Swift und Kendrick Lamar blieben der Gala fern. Der von Sängerin Alicia Keys moderierte Abend wurde über dreieinhalb Stunden klar von Frauen beherrscht. Unter anderem waren Auftritte von Lady Gaga, die drei Preise gewann, Janelle Monáe, Jennifer Lopez und H.E.R. zu sehen.

Besonders gefeiert wurden Soul-Sängerin Diana Ross und Country-Musikerin Dolly Parton. Die frühere First Lady Michelle Obama kam als Überraschungsgast auf die Bühne. Auch viele wichtige Preise gingen an Frauen: Die Trophäe für das beste Album des Jahres gewann US-Sängerin Kacey Musgraves mit „Golden Hour“. Rapperin Cardi B wurde zur ersten Frau, die als Solokünstlerin den Grammy für das beste Rap-Album gewann. Als beste neue Künstlerin des Jahres wurde die britische Sängerin Dua Lipa („New Rules“) ausgezeichnet. Die 23-Jährige verwies in ihrer Dankesrede darauf, dass viele großartige Künstlerinnen für Preise in den 84 Kategorien nominiert worden seien.

„Offenbar haben wir uns richtig gesteigert“, sagte Dua Lipa. Ihr Kommentar war ein Seitenhieb auf Neil Portnow, scheidender Präsident der für die Grammys zuständigen Recording Academy. Portnow hatte vor einem Jahr gesagt, Frauen müssten sich „steigern“, wenn sie bei der Verleihung stärker vertreten sein wollten. Nach Kritik von Fans und Musikerinnen erklärte er, den falschen Ton getroffen zu haben, und kündigte Maßnahmen an, um „eindeutige Hürden und unbewusste Vorurteile“ gegenüber Frauen in der Musikindustrie abzubauen. dpa

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