Kultur

Enjoy Jazz Trio Brandt Brauer Frick im Karlstorbahnhof

Innovation geht verloren

Archivartikel

Als sie vor neun Jahren ihr Konzept entwickelten, Techno zusammen mit klassischen Instrumenten zu kombinieren, ließ dieser Ansatz im wahrsten Sinn aufhorchen. In einem Nachfolgeprojekt band das Trio dann Vokalisten ein, und auch hier entstanden Klangelemente, die ein interessantes Maß an musikalischem Live-Potenzial hatten. Beim 21. Enjoy-Jazz-Festival gastieren Brandt, Brauer und Frick im Heidelberger Karlstorbahnhof allerdings als reine Techno-Formation, und das wirft hinsichtlich eines Live-Vortrags Fragen auf.

Passend fürs Aerobic-Studio

Ohne auf eine Austauschbarkeit der Konzepte abzustellen, beinhaltet das Kreieren von Sounds und Rhythmen tatsächlich viel Kreativität, die sich allerdings nicht erst auf der Bühne, sondern bereits im Studio vorher entfaltet. Für einen musikalischen Live-Vortrag bedarf es dann noch deutlich mehr, wie beispielsweise instrumentale oder gesangliche Beiträge, die nicht durch eine Konserve zu ersetzen sind. Bei Brandt Brauer Frick verzichtet man auf individuelle Live-Beiträge.

Doch warum hört man sich die Musik des Trios dann nicht gleich aus der Konserve an? Mit durchaus interessanten Sounds und unter dem maschinenhaft wummernden Bass-Drum-Spiel wäre ihre Musik ideal für jedes Aerobic-Studio. Ein Live-Konzert im Rahmen von Enjoy Jazz stellt jedoch andere Anforderungen. Drummer Mark Guiliana beweist, wie interessant der Mix aus Elektronik und akustisch-instrumentalen Elementen sein kann. Bei Brand Brauer Frick vermisst man die Individualität der einzelnen Künstler. Und was unterscheidet die Musik dieses Trios von der zahlreicher anderer Klangtüftler? A.B.A.

Zum Thema