Kultur

Festspiele Ludwigshafen Pfalzbau stellt Programm vor, Cornelia Reifenberg eine leichte Budgeterhöhung in Aussicht

Intensive Choreographien angekündigt

Schon bemerkenswert, wie grenzenlos gut trotz begrenzter Finanzen auch dieses Jahr wieder die Festspiele Ludwigshafen ihr Publikum in den Pfalzbau locken wollen. Vom 26. Oktober bis zum 16. Dezember hat die Mannschaft um Intendant Tilman Gersch ein attraktives Programm mit den Schwerpunkten Schauspiel und Tanztheater vorbereitet.

Waren es im vorigen Jahr die Gastauftritte des Wiener Burgtheaters, so richtet sich in diesem Jahr der Blick zurück nach München, war doch die linksrheinische Pfalz irgendwann einmal Teil des heutigen Freistaates Bayern, und König Ludwig der Erste, der Bauwütige, verbrachte seine Jugend in Mannheim. Das Residenztheater kommt mit brillanten Schauspielerinnen und Schauspielern, es seien nur die Namen Bibiana Beglau und Josef Bierbichler genannt, in bedeutenden Produktionen.

Martin Kusej, Intendant des Residenztheaters, vorneweg mit seiner Inszenierung von „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“, in der er die Zerfleischung des Paares Martha und George als große Liebesgeschichte interpretiert.

Traditionell der zweite Schwerpunkt sind die hochrangigen Ballett-Gastspiele; Rainer Antoine hat vor Jahrzehnten ihren Ruf begründet, und in diesem Jahr wurde Nanine Linning als Kuratorin verpflichtet. Die begründete ihren Ruf in Osnabrück und vor allem in Heidelberg, wo sie auch ihr Stück „Bacon“ nach dem Maler Francis Bacon kreierte, das sie mit ihrer Compagnie auch im Pfalzbau zur Diskussion stellen wird. Zudem kommen Ensembles aus Marseille, Basel, Rotterdam, Taiwan und Jerusalem. Linning will intensive, Körper betonte Choreographien vorstellen, um die aktuelle Bandbreite des Metiers auszuloten.

Naturgemäß hat Tilman Gersch auch mit finanziellen Einschränkungen zu kämpfen. Bürgermeisterin Cornelia Reifenberg weckte indes Hoffnung darauf, dass im kommenden Doppelhaushalt der Stadt Ludwigshafen wenigstens die Tariferhöhungen der Mitarbeiter aufgefangen werden. Man wolle das „Korsett der Deckelungen“ verlassen.

Auf hohes Niveau verwiesen

Intendant Gersch seinerseits verwies auf das Niveau seiner Werkschauen. Jetzt in diesem Jahr werden 23 Produktionen mit 35 Vorstellungen von Tanz, Schauspiel, Lesungen, Extras und Junger Pfalzbau gezeigt. Am Rande wurde auch Mannheims Wunsch nach Pfalzbau-Terminen während des Nationaltheaterumbaus gestreift. Alles fließt noch, wie der Rhein.