Kultur

Kulturpolitik Erstmals übernimmt eine Frau die Intendanz am renommierten Deutschen Theater

Iris Laufenberg als Pionierin

Archivartikel

Das Deutsche Theater in Berlin bekommt erstmals eine weibliche Führung. Iris Laufenberg soll das Haus zur Spielzeit 2023/2024 übernehmen. Mit ihr habe man „eine erfahrene Theaterfrau, internationale Festivalmanagerin und Dramaturgin“ gewinnen können, teilte Kultursenator Klaus Lederer (Linke) am Freitag mit. Derzeit leitet Laufenberg das Schauspielhaus Graz.

Mit Schauspielern wie Ulrich Matthes, Maren Eggert und Sophie Rois gehört das Deutsche Theater zu den großen Bühnen des Landes, das auch internationales Renommee genießt. Gegründet wurde das Schauspielhaus 1883. Laufenberg werde „als erste Frau die Geschicke dieses Theaters lenken“, hieß es.

Sie wird Nachfolgerin von Intendant Ulrich Khuon. Der 69-Jährige leitet das Haus seit mehr als einem Jahrzehnt. Er soll seinen Vertrag bis 2023 verlängern, um „eine reibungslose Übergabe“ zu ermöglichen, teilte die Senatsverwaltung mit. Laufenberg übernimmt die Leitung dann für zunächst fünf Spielzeiten.

Neue Dramatik als Schwerpunkt

Geboren wurde Laufenberg 1966 in Köln. Sie studierte Theaterwissenschaften in Gießen und arbeitete am Schauspiel Bochum, am Theater Bremen und für die Bonner Biennale. Von 2002 bis 2011 leitete sie das Berliner Theatertreffen. Es gilt als wichtigstes Theaterfestival im deutschsprachigen Raum.

Seit fünf Jahren ist sie Geschäftsführende Intendantin in Graz. „Seit 2019 ist das Schauspielhaus Graz, unter ihrer Leitung, auch Partnertheater der Autorentheatertage des Deutschen Theaters, so dass es schon intensive Berührungspunkte mit dem Haus und der Berliner Theaterszene gibt“, sagte Lederer. Ein Schwerpunkt von Laufenbergs Arbeit liege demnach auf der neuen Dramatik.

Noch immer sind Führungspositionen in der Theaterszene überwiegend männlich besetzt. Die meisten Theater – vor allem die großen Häuser – würden von Männern geleitet, hatte auch das Theatertreffen 2019 kritisiert. Das Festival gab damals bekannt, bei der Einladung von Inszenierungen künftig eine Frauenquote zu beachten. 

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