Kultur

Pop Hazmat Modine gastieren in Mannheimer Feuerwache

Jenseits der Konvention der Musik

Archivartikel

„Ihre Musik von der Konserve zu hören ist nur der halbe Spaß.“ Dieser kurze Kommentar einer Zuhörerin trifft den Nagel auf den Kopf. Die achtköpfige Truppe um Sänger Wade Schuman ist nicht nur eine Band, deren Musik stilistisch kaum einzuordnen ist. Hazmat Modine ist ein musiktheatralisches Erlebnis. Mit ihrem Instrumentarium, bestehend aus Mundharmonika, Banjo, Lauten- und normaler Gitarre, Geige, Sousafon, Tenorsax, Klarinette, Posaune, Trompete und Schlagwerk, passen sie schon klanglich kaum in die üblichen musikalischen Kategorien.

Und doch, im Gesangsstil erinnert Schuman manchmal an Künstler wie Dr. John, dessen Südstaaten-Folk-Rock ihm immerhin sechs Grammys eingebracht hatte. Zudem sind, neben einigen Klezmer-Elementen, mit den verschiedenen Improvisationen aller Instrumente auch ein paar Jazz-Eindrücke zu hören. Immerhin haben neben Drummer Patrick Simard auch Trompeterin Pamela Fleming und Posaunistin Reut Regev sowie Gitarrist, Banjospieler Thor Jensen und Saxofonist Steve Elson viele Bandmitglieder Jazzmusik gespielt.

Tanzbarkeit im Vordergrund

Bei Hazmat Modine jedoch steht nicht die instrumentale Spieltechnik oder Virtuosität im Vordergrund. Die einfach strukturierte Musik lebt eher von ihrer Tanzbarkeit, ihren Songtexten und nicht zuletzt von ihrer unorthodoxen Mischung in Stil und Instrumentierung. Obwohl das Oktett mit seiner neuen Platte „Box Of Breath“ derzeit auf Tournee ist, besteht das Programm in der Mannheimer Alten Feuerwache auch aus Stücken früherer Produktionen wie „Extra Deluxe Supreme“, Bahamut“ oder „Cicada“, die dem hiesigen Publikum von etlichen früheren Tourneen bekannt sind.

Es gibt nicht wirklich viele Bands, die das Attribut „kultig“ verdienen. Doch Hazmat Modine sollte man nicht nur wegen ihrer Kunst, sondern auch ihrer unterhaltsamen Live-Performance wegen dazurechnen. Hier ist nichts von der Stange.