Kultur

Kabarett Frederic Hormuth präsentiert neuen „Klaps-Mix“

Kleinkunst über das große Leben

Archivartikel

Mit dem „Klaps-Mix“ verhält es sich wie mit einer Wundertüte. Überraschungseffekt inbegriffen. Diesmal präsentierte Kabarettist Frederic Hormuth (Bild) in der Mannheimer Klapsmühl’ drei Kollegen und eine Satiresängerin. Die Vier offenbaren, wie vielfältig Kleinkunst das pralle Leben groß herauszubringen vermag.

Den Anfang macht der als „frech und barrierefrei“ angekündigte Toby Käp mit der Kapp und den Handicaps. Wer den Wahl-Heidelberger noch nicht erlebt hat, fragt sich beklommen: Darf über einen Menschen mit Hörbehinderung und Sprachfehler gelacht werden? Es darf! Ohnehin dreht der 30-Jährige mit seinen Absurditäten den Spieß um und macht den Zuschauern klar, wie sehr sie sich beim Umgang mit Behinderten selbst behindern.

Der Weinheimer Klavier-Komödiant Daniel Helfrich nutzt den Abend als Test fürs neue Programm. Man darf sich auf Trennkost als Anti-Abschiedslied wie auf den Ohrwurm aus dem Bohrturm freuen. Ja, sein Gurkenkrautfrappé dürfte es ebenfalls in die kommende Show schaffen. „Die Lizenz zum Trödeln“ hat Stefanie Kerker in Ludwigsburg gelassen. Die Musik-Kabarettistin gibt flott „Buddha bei de Fische“ und plädiert für „Nachwuchs als deutsche Wertarbeit“ – schließlich gelte es, den knapp eineinhalb Milliarden Chinesen kinderreich Paroli zu bieten. Und Frauen, die dafür einen fortpflanzungswilligen Mann suchen, können aus ihrem Satire-Song Honig in Form köstlich schräger Anmache-Tipps saugen.

Saarländische Lachnummer

Klar, aus dem Saarland zu kommen, ist schon eine Lachnummer an sich. Nachwuchstalent Luca Brosius (2018 Gewinner des Newcomer-Preises beim Mannheimer Comedy Cup) versteht nicht nur seine Stimme für Promi-Imitationen oder bei einer „Romeo und Julia“-Minilesung auf Sächsisch einzusetzen. Er beherrscht auch Körpersprache: Und die redet bei seiner „Anweisung“ für Tanzclub-Besuche hüftschwingend.

Ein „Klaps-Mix“-Abend lebt natürlich auch von den Moderationen: Frederic Hormuth kündigt nicht einfach Kollegen an, er serviert kabarettistische Miniaturen, auch am Klavier, als Zwischengang. Das Publikum spendet dem „Mix-Quartett plus“ reichlich Applaus. (Bild: Klügl)