Kultur

Pop Metaller Rage überzeugen in Mannheimer Kolbenhalle

Knackiger, harter Sound

„Peavy“ Wagner hat’s noch drauf. Der kreative Kopf der Power-Metal-Band Rage lässt sich beim Konzert in der Mannheimer Kolbenhalle auch nicht davon beirren, dass die Zuschauerzahl doch überschaubar ist. Der Prophet gilt eben wenig im eigenen Land. Den Bassisten und Sänger kratzt das nicht. Er sprüht vor Energie und scherzt mit den Fans.

Für dieses Selbstbewusstsein hat er Grund genug. Die neue Scheibe „Wings of Rage“ wird hoch gelobt und ist weit oben in verschiedene europäische Charts eingestiegen. Nach vier Jahren Pause infolge des Lineup-Wechsels 2015 meldet sich das Trio damit eindrucksvoll zurück.

Marcos Rodriguez (Gitarre) und Vassilios „Lucky“ Maniatopoulos (Schlagzeug) könnten die Söhne des Masterminds sein. Ihnen ist die Lust am Metal anzumerken. Mal alte Kracher, mal neue Songs. Ihnen ist eines gemein – es gibt nur eine Richtung: vorwärts mit gnadenlosen Riffs und wummerndem Schlagzeug.

Eindrucksvolle Lichtgestaltung

Mit „Have Mercy on me“ geht Rage gleich in die Vollen. Fans kommen nicht zum Luftholen. Hart und knackig auch „Shadow out of Time“ oder „The Devils strikes again“. Zurück in die 1990er entführt Wagner Besucher mit „Deep in the Blackest Hole“, was zur Abwechslung die etwas verspieltere Seite der Band zeigt. Die war zu der Zeit bekannt dafür, sich an neue Ufer zu wagen und mit einem klassischen Orchester zusammenzuarbeiten.

Der Ausflug weg vom Power eher zum Symphonic Metal ist aber nur von kurzer Dauer. „Until I die“ von 1995 kennt keine Gefangenen. „In dem Jahr wurde ich geboren“, scherzt der Gitarrist. Was ihn aber nicht daran hindert, das Stück so metalhaft zu interpretieren, als würde er es schon 25 Jahre lang spielen. Zusammen mit krachendem Bass und knallenden Drums entfesselt das Trio ein Sound- und Lichtgewitter, das seinesgleichen sucht.

Die Band schüttet ein Füllhorn aus den 36 Jahren ihres Schaffens über die Fans aus, das keine Wünsche offenlässt. Nur die Ohren muss man sich ab und an zuhalten. tom

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