Kultur

Geburtstag Schauspielerin Helen Mirren wird an diesem Sonntag 75 / Große Erfolge als Darstellerin der englischen Monarchinnen Elizabeth I. und Elizabeth II.

Königin mit breitem Rollenrepertoire

Helen Mirren will lieber als stark gelten denn als schön: „Powerful ist einfach interessanter“, sagt die britische Schauspielerin, die an diesem Sonntag 75 Jahre alt wird. Zierlich, mit silberblondem Haar und intensivem Blick aus schmalen Augen, tritt Mirren stets selbstbewusst auf.

Sie war Elizabeth I. im gleichnamigen Film, glänzte als Elizabeth II. in „Die Queen“ und als Königin Charlotte in „King George – Ein Königreich für mehr Verstand“. „Königinnen – das sind immer gute, dankbare Rollen, vor allem im klassischen Theater“, erklärt sie. 2003 wurde sie von der Queen zur „Dame“ geadelt.

Noch immer steht sie gerne vor der Kamera, etwa als russische Zarin in der Serie „Katharina, die Große“. Zu dieser Aufgabe sagte sie, als Schauspielerin habe sie eines gelernt: Die Dinge, vor denen man Angst habe, sollte man machen. Sei die Angst erst einmal überwunden, werde es großartig.

Mirrens Meisterleistung ist „Die Queen“, für die sie 2007 mit dem Oscar und dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet wurde. Stephen Frears Film erzählt von den Turbulenzen im Königshaus, als nach dem Tod Dianas Kritik an der zurückhaltenden Reaktion der Königin aufkam. Mit fein abgestufter Mimik und kleinen Gesten porträtiert Mirren die Queen, die Gefühlsausbrüche meidet und vor der Medienhysterie zurückschreckt. Man sieht förmlich, wie es hinter ihrer Stirn arbeitet.

Geboren wurde Mirren als Elena Vasilevna Mironova 1945 in London. Ihre Mutter Kathleen ist Hausfrau, ihr Vater Vasilij Taxifahrer. 1953 anglisiert der gebürtige Russe den Familiennamen Mironov zu Mirren. Schon als Jugendliche möchte Mirren, angeregt durch eine „Hamlet“-Aufführung, Theater spielen. Mit 19 Jahren wird sie Mitglied der Royal Shakespeare Company. Den Durchbruch im Kino bringt ihr dann Tinto Brass umstrittener, im alten Rom angesiedelter Sex-und-Gewalt-Film „Caligula“ (1979).

Ehrenbär für das Lebenswerk

In „Excalibur“ (1981) steht sie mit Liam Neeson vor der Kamera, ihrem Lebenspartner über mehrere Jahre. Doch beim Dreh zu „White Nights – Die Nacht der Entscheidung“ (1985) verliebt sie sich in Regisseur Taylor Hackford. Die beiden heiraten 1997.

Mirrens Vielfalt ist legendär. Ob Restaurantchefin („Madame Mallory und der Duft von Curry“), Profikillerin („R.E.D. Älter. Härter. Besser“) oder Kolumnistin („Trumbo“) – Mirren gibt alles. Eine wunderbare Altersrolle spielte sie 2017 in „Leuchten der Erinnerung“: John (Donald Sutherland) hat Alzheimer; Ella (Mirren) einen Tumor. Beide wollen noch in Key West das Hemingway-Haus besuchen. Anrührend und witzig wird gezeigt, wie sie gegen den drohenden Verlust ihrer Geschichte ankämpfen. „Im Laufe deines Lebens verlierst du Freunde, Kollegen, und der Tod wird Teil deiner Existenz. Und das geht nicht nur älteren Menschen so“, sagte sie zum Film.

Auf der Berlinale wurde ihr im Februar der Goldene Ehrenbär für ihr Lebenswerk überreicht. „Mein Oscar wird sich in ihn verlieben“, kommentierte sie. 

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