Kultur

Clingenburg Festspiele Mit dem Evergreen „Der verkaufte Großvater“ die fünfte Premiere der Saison gefeiert

Komödiantisches Wiedersehen mit Darstellern der vergangenen Jahre

Archivartikel

Ein echter Evergreen ist der Schwank „Der verkaufte Großvater“, der nun auf der Clingenburg in bayerischer Mundart Premiere feierte. In schnellem Tempo entfaltete sich die Handlung und sorgte immer wieder für ausgelassene Stimmung im Publikum.

Ständiges Ärgernis

Das Stück beginnt auf dem Hof des Bauern Kreithofer, wo auch der Großvater lebt. Der Alte ist ein ständiges Ärgernis und hat nur Schabernack im Kopf, so dass es sogar der feschen Magd Zenz zu viel wird und sie ihren Dienst quittiert.

Dabei kostet die Verpflegung des Großvaters dem Bauern auch noch viel Geld. Da er gerade eine Hypothek abzulösen hat, kommt ihm der überraschende Besuch des reichen Haslingers gerade recht.

Denn der erklärt, dass auch er gern einen Großvater hätte und bietet an, ihn für 1000 Mark zu abzukaufen. Bald aber stellt sich heraus, dass es Haslinger auf das angebliche Erbe des Großvaters abgesehen hat.

Doch da hat er die Rechnung ohne den Großvater gemacht: Der Alte durchschaut das Spiel, nutzt nach Strich und Faden die Habgier des Haslingers aus und lässt sich von ihm und seiner Frau Nanni verwöhnen. Auch will er aus seinem Enkelsohn Lois und der Haslinger-Tochter Ev ein Paar machen. Als jedoch ein Brief auftaucht, aus dem hervorgeht, dass der Großvater gar keine Häuser besitzt, kippt die Stimmung: Der Großvater wird aus der guten Stube verbannt und muss Stallarbeit verrichten. Ausgekocht, wie er ist, schafft es Haslinger, dass der Kreithofer den Großvater zurückkauft – mit Gewinn versteht sich.

Zu früh gefreut

Er hat sich jedoch zu früh gefreut, denn der Alte erweist sich als noch größerer Spitzbube: Er besitzt tatsächlich zwei Häuser und hat den Brief selbst geschrieben, um Haslinger als Heuchler bloßzustellen.

Am Ende bekommt der Lois seine Ev, Kreithofer kann seine Schulden bezahlen, und nur Haslinger steht ganz schön dumm da.

Die Clingenburg-Inszenierung ist ein Wiedersehen mit einigen Schauspielern der letzten Jahre, die durch wohlgesetzte Pointen und skurrile Überzeichnungen viel zum Gelingen der Aufführung beitragen: Konrad Adams als Haslinger, Ramona Schmid als Nanni und Werner Wulz als Kreithofer. Als temperamentvolle Magd Zenz kann Sarah Kornfeld punkten.

Die Titelrolle verkörpert mit entwaffnender Gelassenheit frühere Fernsehstar Hansi Kraus.

Die farbenfrohen, folkloristisch angehauchten, gleichwohl aber zeitgenössischen Kostüme stammen von Evelyn Straulino. Für die Inszenierung zeichnete Stefan Krause verantwortlich.

Der Festspielsommer endet am 12. August. Eintrittskarten sind erhältlich bei den Mitarbeiterinnen der Tourist-Information Hauptstraße 26 a, Klingenberg, Telefon 09372/ 3040 und 921259, Telefax 09372 12354, per E-Mail: tickets@clingenburg-festspiele.de oder über Reservix.