Kultur

Klassik Finale des Progressive Classical Music Award des Mannheimer Violinduos „Twiolins“ / Publikum stimmt ab

Komponist Piotr Szewczyk ausgezeichnet

Archivartikel

Die größte Herausforderung sei nicht zu streiten, sagt Geigerin Marie-Luise Dingler. Zusammen mit ihrem Bruder Christoph Dingler steht sie dem Moderator Thomas Siffling Rede und Antwort beim finalen Konzert des „Progressive Classical Music Award“ des Mannheimer Violinduos „Twiolins“ im Reiß-Engelhorn-Museum.

Das Geschwisterpaar hatte zum vierten Mal einen Wettbewerb für Kompositionen für zwei Violinen ausgeschrieben, unter anderem um das Repertoire für diese Besetzung zu erweitern.

344 Kompositionen aus 48 Nationen mit einer maximalen Spieldauer von fünf Minuten wurden eingereicht. Vergeben wurden sechs Preise im Wert von 11 000 Euro. Sie wurden gestiftet von Sponsoren, der erste Preis wurde vom Spiegel Institut bereitgestellt. Darüber, welche der vorausgewählten sechs Kompositionen welchen Preis erhielt, durfte das Publikum mitentscheiden.

Engagement trifft hohes Niveau

Nach über einer halben Stunde Einführung der rund dreistündigen Veranstaltung, Grußworten und Moderationen wurden die Werke von den Twiolins mit Engagement auf hohem Niveau uraufgeführt. Es erklangen Werke von Piotr Szewczyk (1. Preis; aus den USA), Jürgen Christ (2. Preis; aus Deutschland), Edmund Jolliffe (3. Preis; aus dem Vereinigten Königreich), Rainer Bartesch (4. Preis; aus Deutschland), Viktor Molnár (5. Preis; aus Ungarn) und Daniel Berg (6. Preis; aus Schweden). Alles erfolgte ohne dass das Publikum wusste, welches Stück von wem geschrieben wurde.

Auf Geigenkorpus geklopft

Gewählt wurde vom Publikum auf einem Zettel, jeder Konzertbesucher durfte zwei Stimmen vergeben. All dies geschah in Filmpreisverleihungsatmosphäre: es gab Sekt, bunte Beleuchtung sowie einen CD-Verkauf inklusive Autogramme der Geschwister nach der Preisverleihung.

Das Werk von Piotr Szewczyk, der damit den ersten Preis gewann, fetzte und groovte, es hatte teilweise etwas Countrymusicartiges, verwendete Doppelgriffe, viele leere Saiten, Quinten, verschiedene Spieltechniken, mit den Fingern wurde auf dem Geigenkorpus ein Rhythmus geklopft, es enthielt Tremoli, Glissandi – es überraschte. Es überzeugte das Publikum mit 133 der insgesamt 369 abgegebenen Stimmen. Anders als die fünf anderen Komponisten konnte der Gewinner nicht vor Ort sein und wurde live dazu geschaltet, um Fragen zu beantworten. Zum Schluss wurde das Preisträgerstück erneut aufgeführt und wird nun vermutlich mit den Twiolins um die Welt reisen. Auf jeden Fall aber wird es eine CD mit den Preisträgerstücken geben.

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