Kultur

Klassik Konzert im Jüdischen Gemeindezentrum Mannheim

Konfessionen verbinden

Archivartikel

Mannheim.„Jüdische Musik ist diejenige Musik, die von Juden für Juden als Juden gemacht wurde“, sagte Curt Sachs in seiner Eröffnungsrede zum ersten internationalen Kongress jüdischer Musik in Paris 1957. Diese Worte zitiert Majird Khoshlessan, der erste Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Mannheim, in seiner informativen Einführung zum Konzert „Musik aus der Synagoge“ als Teil des Kulturprogramms der jüdischen Gemeinde Mannheim. Bei diesem Konzert ist die Musik zwar von jüdischen Komponisten gemacht, wird aber religions- und konfessionsübergreifend präsentiert: Der Kammerchor Mannheim, der der Christuskirche Mannheim zuzurechnen ist, lässt zusammen mit den Kantoren der Synagoge und der Christuskirche hebräische Texte erklingen.

Klare, kräftige Tenorstimme

Amnon Seelig, Kantor der Synagoge, intoniert ausdrucksvoll die solistischen Passagen der hebräischen Texte mit klarer und kräftiger Tenorstimme. Unter dem Dirigat von Bezirkskantor Johannes Michel verschmelzen der Kammerchor und der Solist zu einer Einheit. Gleichgültig ob eher romantisch aufgeladene Harmonien von Louis Lewandowski oder modernere Klänge Samuel Adlers, die eher einen Gospelchor vermuten lassen – der Chor meistert sicher alle Stilrichtungen und transportiert deutlich die Freude am gemeinsamen Gesang. Carmenio Ferrulli am Klavier verstärkt durch seine versierte Begleitung Atmosphäre und Intonation von Chor und Solist.

Der heute in den USA lebende jüdische Komponist Samuel Adler, dessen Vater vor dem Krieg Oberkantor in Mannheim war, feiert am 24. Juni seinen 90. Geburtstag im Jüdischen Gemeindezentrum der Quadratestadt.