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Konstantin Wecker lässt seinen "Willy" wieder aufleben

München."Gestern habns an Willy daschlogn, und heit, und heit, und heit werd a begrobn." Diese Zeile singt der Münchner Liedermacher Konstantin Wecker seit Jahrzehnten, obwohl er sein vielleicht bekanntestes Werk immer wieder aktualisieren musste. Zum Jahrestagdes rassistischen Massakers in Hanau hat er das Lied über einen von Rechtsextremen erschlagenen Freund wieder einmal neu vertont und aktualisiert. „Die Tat des 43-jährigen Rassisten am 19. Februar 2020 hat mich zutiefst geschockt. Einer der neun Opfer war Vili Viorel Păun. Sein Schicksal und das der anderen Opfer von Rassismus, tödlichem Hass und faschistischen Netzwerken musste ich meinem alten Freund Willy erzählen“, so der Musiker.

In "Willy 2021" heißt es zu Beginn: "Mei Willy, wie oft hab ich jetzt, seit 1977 schon, mit dir geredet, immer wieder, wenn mich die Wut so packte, dass ich einfach nicht mehr schweigen konnte. Dass ich alles rausbrüllen musste. 1992, als sich in Eberswalde Neonazis zu einer rassistischen Hetzjagd versammelt und den Angolaner Antonio Amadeu Kiowa aus purer Mordlust totgetrampelt hatten. Seine Mörder kamen mit geringen Haftstrafen wegen „Körperverletzung mit Todesfolge“ davon.2015 wegen Pegida und 2018 wegen der Nazis im Parlament und einem gewissen Herrn Gauland, der den Nationalsozialismus als ,Vogelschiss der Geschichte' abzutun versuchte. Und viele Male mehr hab ich dir, mein Freund, zu erzählen versucht, dass dein schreckliches Erlebnis mit Nazis leider kein Einzelschicksal war. Und jetzt jährt sich ein schier unfassbares Verbrechen."

Das Lied  ist als Video unter anderem auf wecker.de zu hören, wo es auch den Text zum Nachlesen gibt.

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