Kultur

Lesung Literarische Hommage an Rosa Luxemburg

Kontroverse Sozialistin

Archivartikel

Ein einziger Abend reiche nicht aus, um das literarische Werk Rosa Luxemburgs vollständig zu würdigen, ist Bettina Franke überzeugt. „Ein unglaublich kompaktes Thema“, führt die Schauspielerin im Mannheimer Gewerkschaftshaus aus. Unter dem Titel „Seite an Seite die Zeiten durchschwimmen – Eine Hommage an Rosa Luxemburg“ rezipiert sie aus Reden, Briefen und Artikeln der Sozialistin, die am 15. Januar 1919 erschossen wurde. Organisiert wurde das von der IG Metall sowie dem Verein KulturQuer QuerKultur Rhein-Neckar und dem Bündnis „Wir zahlen nicht für Eure Krise!“.

Franke gelingt es, mittels Briefe von Luxemburg an Sekretärin Mathilde Jacob oder ihren Geliebten Leo Jogiches sowie ihren Artikeln ein kontroverses Bild der Sozialistin zu zeichnen. Dem Vorgelesenen zufolge schwankte diese zeit ihres nur 47 Jahre dauernden Lebens zwischen der die Rechte der Arbeitnehmer forcierenden Idealistin, der um ihre Katze Mimi besorgten Tierliebhaberin und der sozialistischen Publizistin. Die Zuhörer werden mitgenommen in eine Zeit kriegerischer Auseinandersetzungen und politischer Unruhen, die letztlich auch zur Ermordung Luxemburgs führten. Historisch neue Erkenntnisse liefert das nicht. Das allerdings war auch nicht die Intention des Abends. seko