Kultur

Pop Kathy Kelly überzeugt im Mannheimer Capitol

Konzert eines Chamäleons

Während Kathy Kelly mit ihrer Band „The Kelly Family“ ein Comeback feiert, brilliert sie zeitgleich als erfolgreiche Solistin. Mit ihrem facettenreichen Repertoire ist die irisch-amerikanische Sängerin am Montag im Capitol aufgetreten. „Ich heiße Kathy Kelly und das sind meine Lieder, meine Träume“, stellt die 56-Jährige ihr Programm vor. Das schwarze Seidenkleid lässt zwar zunächst an Grand Dame denken, doch der Schein trügt. Denn Kelly ist ein absolutes Chamäleon. Mal treibt sie den Zuschauern mit Balladen wie „Who’ll come with me“ und „Halleluja“ Tränen in die Augen, um sie wenig später mit dem rockigen „Holland in Not“ zum Tanzen zu bringen. Drei Musiker unterstützen sie.

Flamenco-Hymne inklusive

Kelly plaudert aus dem Nähkästchen ihres ereignisreichen Lebens. So erzählt sie, welche Erlebnisse sie zum Schreiben inspiriert haben. Charmant nimmt sie die rund 350 Zuschauer an die Hand, um mit ihnen musikalisch vom sonnigen Pamplona über Venedig (Colombina) nach Irland ans Meer (Inchydoney) zu reisen. Auch ein Trip nach Asien (China Moon) ist dabei. Die temperamentvolle Flamenco-Hymne „Du brichst mir das Herz“ widmet sie ihrer ersten großen Liebe, dem gut aussehenden Schlagzeuger Javier. Feurige Flamenco-Klänge bei „Yo te quiero“, bringen die iberische Sonne in den Saal. Spanisch singt die Künstlerin bei „An Angel“, den sie zweisprachig zum Besten gibt. Überhaupt ist der Abend multilingual, denn neben englischen Stücken präsentiert sie auch Werke ihrer ersten deutschen CD „Wer lacht überlebt“.

Und bei der Arie „Vissi d’arte“ aus der italienischen Oper „Tosca“ zeigt die Sängerin, deren Wurzeln in der Klassik liegen, ihr Können im klassischen Gesang. „Ein Jahr Paris“ versetzt die Hörer in die romantische Seine-Metropole. Kelly musiziert auch: Bei „Greensleaves“ mit Geige, das Akkordeon kommt unter anderem bei „Torero, Senior und Chlochard“ zum Einsatz. Mit der Gitarre zeigt sie ihre rockige Seite. Als Zugabe präsentiert sie „Knocking on Heaven‘s Door“ und „Wer lacht überlebt“. Tosender Beifall belohnt Kathy Kelly für einen Abend voller Emotionen. 

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