Kultur

Klassik Musiksalon fesselt zahlreiche Zuhörer

Kosmos der Musik

Johann Sebastian Bachs Spätwerk „Ein musikalisches Opfer“ BWV 1079 – gewiss keine leichte Kost für den musikinteressierten Laien. Dennoch gelang es der Dramaturgie des Mannheimer Nationaltheaters (NTM) in der zunehmend erfolgreichen Reihe „Musiksalon“, das komplexe Meisterwerk in wechselnden Besetzungen spannungsreich darzubieten. Höchst informativ die vom Ex-NTM-Schauspieler Aart Veder rezitierte Rahmenhandlung, die – auf der historischen Begegnung zwischen dem musikbeflissenen jungen Preußenkönig Friedrich II. und dem 62-jährigen Thomaskantor Bach basierend – vor allem die skandalöse Kluft zwischen Feudalismus und Künstlertum offenbarte.

Bekanntlich bieten die „Musiksalons“, diesmal im Oberen Foyer, bisweilen auch in der Montagehalle oder im Theatercafé, den NTM-Künstlern und ihren Musikpartnern ein Podium für solistische Auftritte (Liederabende, Kammermusik). Diesmal nutzten dies die Geigerinnen Barbara Hefele und Barbara Reetz, die Bratscher Detlef Grooß und Yuichi Yazaki, die Cellisten Philipp Bosbach und Christine Wittmann, Flötist Francesco Viola und Cembalist Elias Corrinth.

Mit viel Gespür interpretiert

Technisch sattelfest und mit viel Gespür für die Fragilität der einzelnen Canons und Ricercari und die geniale Faktur der kunstreichen „Triosonate sopr’il sogetto reale für Traversflöte, Violine und Basso continuo“ interpretierten sie zu zweit, zu dritt oder zu sechst an wechselnden Schauplätzen, welch unvorstellbar perfekten musikalischen Kosmos der Meister da aus dem vom König vorgegebenen Thema (Thema regium) gezaubert hatte – immerhin „zu Dero allergnädigstem Wohlgefallen“.

Das von Wort und Ton spürbar gefesselte Publikum, das auf jeglichen Zwischenbeifall dankenswerterweise verzichtet hatte, feierte die Künstlerschar mit großer Herzlichkeit.