Kultur

Echo-Preis Klaus Voormann gibt Preis aus Protest zurück

Kritik nimmt an Schärfe zu

Nach der Würdigung des umstrittenen Rap-Duos Kollegah und Farid Bang mit einem Echo-Musikpreis nehmen immer mehr Preisträger Abstand. Der Bassist und Grafiker Klaus Voormann (Bild), Wegbegleiter der Beatles, gab gestern den Echo für sein Lebenswerk zurück. „Was sich für mich als Geschenk anlässlich meines 80. Geburtstags anfühlte, entpuppt sich nun als große Enttäuschung“, sagte Voormann.

Zuvor hatte bereits das Notos-Quartett aus Berlin erklärt, seinen Echo Klassik vom vergangenen Herbst zurückgeben zu wollen. Er sei nun ein „Symbol der Schande“. Rocksänger Peter Maffay forderte sogar die Verantwortlichen zum Rücktritt auf. Auch andere Musiker wie BAP-Sänger Wolfgang Niedecken machten ihrem Unmut Luft, was den Bundesverband Musikindustrie dazu veranlasste, das Konzept des Preises zu überarbeiten.

Grund für den Proteststurm ist das Album „Jung, , 3“, für das die beiden Rapper am Donnerstagabend mit einem Echo gewürdigt worden waren. Es wird als antisemitisch kritisiert. Der künstlerische Direktor und Geschäftsführer der Popakademie Mannheim, Udo Damen, sprach sich für eine Echo-Reform aus, er will aber nicht grundsätzlich an der Auszeichnung rütteln. BrutalGutaussehenddpa