Kultur

Kulturpolitik Bisher kein Ersatz für Trafowerk gefunden

Künstlern droht weiter Verlust ihrer Ateliers

Die Stadt hat „noch keine abschließende Lösung“ für die Künstler und Musiker, die ihre Räume im Trafowerk in Mannheim-Käfertal verlieren. Das sagte Kulturbürgermeister Michael Grötsch im Kulturausschuss des Gemeinderats. „Die große Schwierigkeit ist, dass sie alle gerne zusammenbleiben wollen“, so Grötsch. Räume dieser Größenordnung seien aber schwer zu finden.

Nach Angaben des Bürgermeisters sind sieben bildende Künstler, die zusammen 710 Quadratmeter nutzen, und fünf Musiker/Bands mit insgesamt 330 Quadratmetern von den Kündigungen betroffen. Vermieter der früheren Industriehalle ist eine Spedition. Sie kündigte die Mietverträge zum 31. Oktober, weil eine Brandschutzsanierung ansteht. Das sei „völlig unabhängig“ davon, ob die Industriehalle als Ersatzspielstätte des Nationaltheaters komme, stellte Grötsch klar.

Mitarbeiter seines Dezernats, teilweise auch er selbst, haben nach den Worten von Grötsch zahlreiche Objekte im Hafen, auf der Friesenheimer Insel, in Käfertal und in früheren Kasernengebäuden besichtigt. Die Anforderungen der Künstler, die gemeinsam zu möglichst geringer Miete untergebracht werden wollen und auch einen Lastenaufzug für großformatige Bilder für erforderlich halten, seien „nicht einfach zu erfüllen“.

Mühle besichtigt

Ein von den Künstlern selbst vorgeschlagenes Gebäude einer früheren Mühle sei „nicht in hervorragendem Zustand“, ein Umbau wegen Vorgaben des Denkmalschutzes „nicht ganz schnell umsetzbar“. Ob Gespräche mit den Vermietern, den Zeitpunkt der Kündigung bis zu einer Ersatzlösung hinauszuzögern, möglich und erfolgversprechend sind, ließ Grötsch offen.

Klar sei aber, dass es langfristig Bedarf für ein Atelierhaus gebe. „Wir sind dabei, für die Zukunft ein Konzept zu entwickeln“, erklärte er. Die Entscheidung über die Finanzmittel müsse der Gemeinderat bei den nächsten Etatberatungen fällen.

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