Kultur

Kunst Ausstellung der Völklinger Hütte zeigt Afrika jenseits von Klischees / Neun Künstler zeigen den Alltag ihrer Heimat – und lassen dabei westlich geprägt Sichtweisen aus

Kulturen aus dem „Blick der Fotografen“

Archivartikel

Afrika mal ganz anders: Neue Einblicke in die afrikanische Kultur bietet eine Fotografie-Ausstellung, die ab Freitag, 15. Mai, im Weltkulturerbe Völklinger Hütte zu sehen sein wird. In Afrika heimische Foto-Künstler erzählen vom Alltag in den Städten, von Industrie, den Spuren der Vergangenheit und von Pop-Kultur. Die Schau „Afrika – Im Blick der Fotografen“ zeige „einen Blick auf Afrika jenseits von Stereotypen“, teilten die Macher am Mittwoch mit. Die 43 großformatigen Fotoarbeiten von neun Fotografen sind bis zum 1. November in der Möllerhalle ausgestellt.

Hinwendung zur Lokalgeschichte

Es ist die erste Ausstellung, die unter dem neuen Generaldirektor Ralf Beil an den Start geht. Dadurch, dass afrikanische Fotografen einen eigenen Blick auf ihren Kontinent möglich machten, öffne die Schau das Weltkulturerbe „exemplarisch für starke Außenansichten“, sagte Beil, der seit Anfang Mai im Amt ist. Die Geschichte anderer Welten könnten so „in einen Dialog“ treten mit dem einzigartigen Ausstellungsort der Hütte – mitsamt ihrer eigenen Geschichte.

Diese will Beil künftig stärker in den Fokus stellen: „Ich möchte verstärkt die Stimmen der Generationen von Arbeiterfamilien zu Wort kommen lassen, die hier als ,Ressource Mensch’ die Hütte über ein Jahrhundert hinweg am Laufen gehalten haben. Und ich möchte hier am historischen Schauplatz der Industriegesellschaft danach fragen, wie unsere menschengemachte Zukunft aussieht“, sagte der Kunsthistoriker.

Ideen habe man reichlich. Seine Ausstellungen sollten thematisch „näher an den realen Ort angebunden sein“ und „bestenfalls nicht nur vermittelt, sondern ganzheitlich mit Geist und Körper, Verstand und Emotionen erfahren werden können“. Beil folgte auf Meinrad Maria Grewenig, der vor knapp einem Jahr nach 20 Jahren ausgeschieden war. Zuvor war Beil unter anderem in Bern, Lausanne und Darmstadt tätig. Zuletzt leitete er das Kunstmuseum Wolfsburg, bevor er seit dem 1. Mai die Generaldirektion in Völklingen übernahm. Die Völklinger Hütte ist das weltweit einzig erhaltene Eisenwerk aus dem Industriezeitalter. Sie war 1986 nach rund 100 Jahren stillgelegt und 1994 zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt worden. 

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