Kultur

Kabarett Arnim Töpel beim „Jetzt erst recht“-Festival

Kurpfälzer Komik

Archivartikel

Klar, versteht sich Kommissar Günda auf das Aufklären seltsamer Todesfälle, beispielsweise im Männerballett. Aber eigentlich hat Arnim Töpel, der Kabarettist mit juristischen Studium, seinen „Tschief“ der Soko „vunn do“ in sechs Mundart-Romanen entwickelt, auf dass Günda Dialekt dingfest macht, köstliche Redewendungen („Ich weeß ga nix und dess longt mia“) kriminalistisch aufspürt und herrliche Typen (wie „dea Hannebambl“ Axel Kornfeld, auch „de Weize“ genannt) für jene Geschichten verhaftet, in denen man sich nicht nur einmal verwundert fragt: „Hä?!“.

Bei der Verlängerung des Mannheimer „Jetzt erst recht“-Kulturfestivals im Museumsgarten des Zeughauses, das mitten in den Quadraten zu den Reiss-Engelhorn-Museen gehört, bietet Arnim Töpel zum Vergnügen des bei warmen Abendtemperaturen auf Gartenstühlen gebannt lauschenden Publikums mehr als eine Lesung: Der leidenschaftliche Wahl-Kurpfälzer mit Berliner Eltern gestaltet eine kleine Performance, bei der natürlich der norddeutsche Kommissar- Assistent Fritjof Freese, besonderes Kennzeichen „Voanehmsprecha“, nicht fehlen darf. In „Glickerbach“, das sozusagen überall ist, wird als seltsam empfunden, dass jemand die lautmalerischen Höhen und Tiefen des „O“ als „de wischdigschde Fokkaal“ fremd sind – ob „Orschel“, Obbscht oder „dorttnoo“. Schließlich lautet das mit der Muttermilch aufgesogene Credo: „Vum oo kummt alles, zum oo geht alles!“

Lokales Liebeslied

Der „Blues-Denker“ Arnim Töpel, der die Klaviatur von Tönen wie Texten gleichermaßen beherrscht, bereichert seinen bilingualen Abend – die Lesung in Mundart, die Moderation in Hochdeutsch – mit Liedern am Piano und gesungenem Sprachwitz. Wie in dem Liebeslied „love you, you love me, laafe mer zsamme, wu laafe mer hi“. Fast könnte der Zuschauer beim Schweifen seines Blickes den Eindruck gewinnen, dass die oder andere an der Parkseite hinter Glas postierte Skulptur nach antikem Vorbild immer mal wieder lächelt . Oder würde Kommissar Günda lakonisch zurechtweisen: „Was fer Ferz – im Leewe net!“

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