Kultur

Salzburger Festspiele Ostermaier-Monolog gezeigt

Kurzweilige Wuttirade

Bei den Salzburger Festspielen ist am Montagabend Albert Ostermaiers Monolog „Sisyphos – ein Abendmahl“ mit großem Erfolg uraufgeführt worden. Die szenische Lesung, eine Hommage an den österreichischen Schriftsteller Thomas Bernhard, wurde von Tobias Moretti realisiert, der derzeit auch als „Jedermann“ auf dem Domplatz zu erleben ist. Gezeigt wurde das Stück im Restaurant des Museums der Moderne auf dem Mönchsberg hoch über der Stadt.

Der österreichische Schauspielstar Moretti gab einen Gastwirt, dem nichts mehr zuwider ist als seine Gäste. Dazu spielte eine kleine Band – Trompete, Posaune und Tuba – schräge Wirtshausmusik. Den (echten) Gästen wurde nach der Lesung ein im Ticketpreis enthaltener Schweinsbraten serviert. Ostermaier, Jahrgang 1967, ist einer der bekanntesten Dramatiker und Lyriker deutscher Sprache. Zuletzt erschien im Suhrkamp-Verlag sein Gedichtband „Über die Lippen“.

Ostermaiers Monolog ist ein gut einstündiger, furioser Wutanfall im Thomas-Bernhard-Stil, unterbrochen von melancholischen Betrachtungen des Gastwirts, der sich als ans Schicksal geketteter Sisyphos seinen parasitären Gästen ausgeliefert sieht.

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