Kultur

Geburtstag Der in Bad Dürkheim lebende Maler und Zeichner Wolf Heinecke wird am kommenden Montag 90 Jahre alt

Landschaft, immerzu Landschaft ins Bild gesetzt

Ein Großstadtmensch war er nie, auch wenn er sich den Wind der Städte immer mal hat um die Nase wehen lassen. Aber seit 1990 lebt der Maler Wolf Heinecke in Bad Dürkheim, und in dem eigens für ihn gebauten Atelierhaus, umgeben von einem großen Garten, wird er wohl auch am Montag seinen 90. Geburtstag begehen.

Um ihn herum die Landschaft – und in ihm selbst, in seinem Kopf: Landschaft, sein Lebensthema, das er malend (meist als Aquarell) oder lieber noch zeichnend immer neu ausgeforscht hat. Seine stillen, fast kontemplativen Bilder bewegen sich um die Frage, die schon Goethe bewegte: Welche Urform allen Wachstums bringt die unglaubliche Vielfalt der Formen bei den Pflanzen, aber auch die Formen von Hügeln, Tälern und Ebenen hervor?

Viermal im Kunstverein

Die Antwort liegt jedem trockenen Zweig, jeder verwelkten Blüte, jedem Stein und jeder Bodenschicht zugrunde;, aber außer in Bildern kann man sie nicht formulieren. Heinecke wurde am 13. Mai 1929 im thüringischen Friedrichsroda geboren und kam nach einem Kunststudium in Weimar 1950 nach Westberlin und 1952 nach Mannheim. Hier wurde er Mitglied des Bezirksverbandes Bildender Künstler und weiterer Verbände, er heiratete 1953 seine Kollegin und spätere Galeristin Blanka Heinecke (die Ehe wurde 1971 geschieden), er erhielt 1973 den Heidelberger Willibald-Kramm-Preis.

Die erste große Einzelschau zeigte 1966 Galeristin Margarete Lauter, 1977 und 1985 waren neue Werke in der Kunsthalle zu sehen, viermal widmete sich der Mannheimer Kunstverein Heineckes Bildern (zuletzt 2015), und die Bekanntschaft mit Noch-Kunsthallendirektorin Ulrike Lorenz war bereits 1993 hergestellt – sie zeigte Heinecke damals im Otto-Dix-Haus in Gera.

Was nach außen hin umtriebig wirkt, kommt bei ihm aus einem anderen Impuls: „Ich finde meine Themen nicht in der Welt, sondern in mir selbst“, bekennt er in seinem Buch „Mit meinen Augen“ und fährt fort: „Ein unendlicher Kosmos scheint in uns verborgen.“ Intensität und Reichtum seiner Arbeiten kommen aus der unlösbaren Frage nach dem Ursprung von Form an sich.