Kultur

Enjoy Jazz In der Alten Feuerwache feiert der Jazz-Studiengang an Mannheims Musikhochschule sein 25-jähriges Bestehen

Lehrer spielen mit Absolventen

Eine Viertelstunde vor Beginn sind schon sämtliche Stühle in der Halle besetzt; wer jetzt noch kommt, und das sind nicht wenige, muss mit einem Stehplatz auf der linken Seite oder im rückwärtigen Bereich der Alten Feuerwache vorliebnehmen.

Gewiss, der Eintritt ist frei wie bei allen Veranstaltungen der Jazz-Abteilung an Mannheims Musikhochschule, das sorgt per se für kräftigen Publikumszuspruch. Aber an diesem Abend steht auch Besonderes auf dem Programm: ein Abschiedskonzert für den nun in den Ruhestand tretenden Saxofon-Professor Jürgen Seefelder, der den Studiengang Jazz und Popularmusik zusammen mit dem dann früh verstorbenen Pianisten Jörg Reiter vor 25 Jahren aufgebaut und maßgeblich geprägt hat.

Ein Jubiläum, das zu feiern sich lohnt, zumal weitere verdiente Lehrkräfte inzwischen die Altersgrenze zur Rente erreicht haben oder kurz davor stehen: Sängerin Ann Malcolm, Bassist Thomas Stabenow und Schlagzeuger Michael Küttner. Um sie herum hat der Fachbereich ein Konzertereignis der repräsentativen Art vorbereitet; umso mehr, als auch einige der erfolgreichen Absolventen des Studiengangs dazu eingeladen wurden: Posaunist Felix Fromm, die Saxofonisten Olaf Schönborn und Alberto Menéndez sowie die Pianisten Volker Engelberth und Rainer Böhm.

Sie alle treten nicht in verschiedenen kleineren Besetzungen auf, sondern als Gastsolisten des Mannheim Jazz Orchestra, der studentischen Big Band der Hochschule; seit vergangenem Jahr wird die Formation geleitet von Jörg Achim Keller, einem der gefragtesten deutschen Jazz-Arrangeure.

Zahlreiche solistische Einlagen

Er hat auch Thomas Stabenows bluesige Komposition „Chutney“ orchestriert, die das Programm eröffnet, mit Soli von Stabenow am Kontrabass und jungen Mitgliedern der Big Band, unter denen der Beitrag von Maximilian Strauch an der Posaune hervorsticht.

Michael Küttner übernimmt in einigen Stücken das Band-Schlagzeug und gefällt dabei mit dicht angelegten solistischen Einlagen. Volker Engelberth spielt einfühlsam Klavier im Standard „My Ideal“, Olaf Schönborn gestaltet die Ballade „Alone Together“ zu einer Glanznummer für Altsaxofon, Alberto Menéndez „Just Like That“ von Peter Herbolzheimer zu einer ebensolchen für sein Tenorsaxofon.

Felix Fromm und Rainer Böhm, mittlerweile selbst zum Lehrkörper der Hochschule gehörend, bringen eigene Kompositionen mit, die sie auch arrangiert haben. Posaunist Fromm verrät dabei intuitives Verständnis für typisch Amerikanisches wie die Funky-Rhythmen des modernen New Orleans, Pianist Rainer Böhm eine Nähe zu eher europäischen musikalischen Werten.

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