Kultur

Architektur Gerhard Richter schenkt der saarländischen Benediktiner-Abtei St. Mauritius Entwürfe für Kirchenfenster / Künstler entwarf bereits Muster im Kölner Dom

Leuchtendes Glas gegen den Bedeutungsverlust

Eine Kirche mit bunten Fenstern wirkt geheimnisvoll. Sonnenstrahlen malen vielfarbige Flecken auf den Steinboden. Ein Leuchten, das viele inspiriert hat: Neo Rauch oder Markus Lüpertz haben Fenster geschaffen, ebenso Gerhard Richter.

Neben seinem Werk im Kölner Dom sind Fenster des Malers bald in der Benediktiner-Abtei St. Mauritius im saarländischen Tholey zu bewundern. Doch bis es soweit ist, dauert es noch. An den Fenstern wird in der Hofglasmalerei Gustav van Treeck in München gearbeitet.

Über zwei Etagen hinweg wurden dort erste Glasteile eines Fensters schon mal angeordnet. Symmetrische Formen in Rot, Gelb, Blau, Grün, Orange, gespiegelt und von starker Leuchtkraft. Muster, in denen Betrachter immer wieder Neues entdecken. Zusammen sollen sie mal eines der rund zwei mal neun Meter hohen Fenster in Tholey ergeben.

Abt sieht in Werken eine Chance

Richter hat dem Kloster seine Entwürfe geschenkt. Deren Umsetzung ist aufwendig. Man male nicht einfach nur auf Glas, erklärt Katja Zukic, Geschäftsführerin der Manufaktur. „Wir haben ein Konzept erarbeitet, das der Farbintensität, Symmetrie und Detailtreue der Vorlagen gerecht werden kann.“ Den Kern bildet ein Glas, das farbig bedruckt, mehrfach handbemalt und dann im Ofen gebrannt wird. Am Ende wird alles mit Messing eingerahmt.

Kirchen seien trotz ihres Bedeutungsverlustes noch Hauptauftraggeber für Glasmalereifenster, sagt Zukic. Die Benediktiner von Tholey sehen die Fenster als Chance, nicht nur, weil die Werke Richters viele Besucher anlocken. Nicht nur auf intellektuelle Glaubensvermittlung setzen, ist das Anliegen von Abt Mauritius Choriol. Die Fenster sollten zum Staunen bringen, zum Reflektieren anregen und die Schönheit des Glaubens nahebringen. „Jetzt ist die Zeit, wo wir alle Leute ansprechen wollen, mit allen Sinnen.“ 

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