Kultur

Lexikon des Teufels

Archivartikel

Im Haus gibt’s einen Büchertauschtisch. Dort fällt der Verfasserin dieses Textes ein rotes Buch auf: „Der schnelle Weg zum richtigen Wort“. Erschienen ist es im „Das Beste Verlag Stuttgart“. Allein deshalb schon und ihres Berufs wegen muss sie das Stück einfach einsacken. Sei’s auch nur zum schnellen Durchblättern.

Im Kapitel „Ungewöhnliche Wörter“ steht das Wort „Rolfing“. „Massagebehandlung, die seelische und körperliche Spannungen lösen und den Körper wieder symmetrisch ausrichten soll“. Okay...! Gibt’s denn dann auch Ralphing, Kurting oder gar Gerhardting? Egal, weiter. Denn „Das ganz andere Lexikon“, wie sich der Band nennt, weckt Interesse.

Als Nächstes steht das Wort „Sandwichmann“. „Jemand, der vor der Brust und auf dem Rücken ein Werbeplakat trägt und damit durch die Geschäftsstraßen geht“, beschreibt das Lexikon. Hier wird deutlich, dass das Buch von 1992 ist. Jetzt setzt der auch berufskrankheitsbedingte Recherchetrieb ein. Ein Gegencheck auf Duden-Online ist nötig. Unter Sandwichmann steht dort erklärt: „Jemand, der ein Sandwich herumträgt“. Verwirrung. Sehen die Pappschilder, die der Mann trägt, aus wie Toastscheiben und ist er die Füllung? Oder trägt – und isst – er ein Sandwich? Man wird es nie erfahren!

Dieses verteufelte Lexikon erinnert an Gespräche mit Freundinnen. Die eine sprach davon, sie hätte jetzt einen Weekender, also einen „Wochenender“. „Glückwunsch, wo hast du ihn kennengelernt?“, war die Reaktion. Verwirrte Blicke der Kumpanin. Diese erklärt, es handle sich um eine große Handtasche aus Leder. Es passe dort das Gepäck für ein Wochenende hinein. Peinlich. Denn: Die Schreibende dachte, die Freundin trifft jemanden zu amourösen Wochenenden. Der Erdboden öffnet sich gnädig zum Versinken. Hätte hier womöglich das vermaledeite Lexikon geholfen? Lea Seethaler

Zum Thema