Kultur

Schauspiel Der Theaterklassiker „Viel Lärm um Nichts“ von William Shakespeare feiert Premiere auf der Mannheimer Freilichtbühne

Liebe, Hass, Intrigen tragen Geschichte

Lustig ging es am Samstagabend auf der Freilichtbühne Mannheim zu: Dort feierte Cornelia Bundschuhs Inszenierung des Shakespeare-Werkes „Viel Lärm um nichts“ seine Premiere. Für die Regisseurin birgt dieses Stück besondere Herausforderungen. So besticht das Original vor allem durch seinen Wortwitz und seine schlüpfrigen Anspielungen. Dies auf Deutsch locker auf die Bühne zu bringen, ist nicht ganz einfach.

Das Stück selbst erzählt von Liebe und Intrigen. Zunächst kehren die Protagonisten Claudio (Bastian Bauer) und Benedikt (Marco Hullmann)von einem siegreichen Feldzug an der Seite des Prinzen Don Pedro (Michael Goericke) zurück, in dem sie dessen Bruder Don Juan (Felix Schultze) geschlagen haben. Leonato, der Gouverneur von Messina, lädt sie ein, für einen Monat zu bleiben. Kaum angekommen, verliebt sich Claudio in Hero (Jana Eichler), die Tochter Leonatos. Schon bald werden Pläne für eine Heirat geschmiedet. Zugleich liefert sich der überzeugte Junggeselle Benedikt verbale Scharmützel mit der scharfzüngigen Nichte Leonatos, Beatrice (Ramona Lisowski).

Um sich die Zeit bis zur Hochzeit zu vertreiben, schmieden Claudio, Hero, Leonato und Don Pedro einen Plan: Sie wollen die zwei Streitenden ebenfalls zu einem Paar machen. Durch eine List machen sie die beiden glauben, der jeweils andere sei in sie verliebt. Dieser Plan geht auch tatsächlich auf. Das Glück der Paare dauert jedoch nur kurz. Der im Krieg unterlegene Bruder Don Pedros, Don Juan sinnt auf Rache. Er inszeniert eine Liebesszene zwischen seinem Gefolgsmann Borachio und Heros Zofe in deren Zimmer. Gleichzeitig sorgt er dafür, dass Claudio dies durchs Fenster beobachtet.

Inszenierte Untreue

Sie halten die Zofe für Hero und diese für untreu. Um sich für den Betrug zu rächen, beschuldigt er sie tags darauf vor der Hochzeitsgesellschaft der Untreue. Überrumpelt von dieser Anklage fällt die Braut in Ohnmacht. Claudio und Don Pedro verlassen die Kirche in dem Glauben, sie sei aus Scham verstorben.

Leonato beschließt, die Illusion solange aufrechtzuerhalten, bis Heros Ehre wiederhergestellt ist. Dies gelingt, weil einige Nachtwächter Borachio belauscht und festgenommen haben. Claudio ist zutiefst beschämt und erklärt sich bereit, die Nichte Leonatos zu heiraten. Bei der Hochzeit stellt sich jedoch heraus, dass es sich bei der Braut um Hero handelt. Auch Beatrice und Benedikt beschließen, zu heiraten und so endet die Geschichte doch glücklich.

Die Inszenierung auf der Freilichtbühne betont vor allem die komischen Aspekte des Stücks und unterhielt die Zuschauer bestens. Die Schauspieler machen eine gute Figur. Besonders Harald Kremsreuter als Leonato sticht hier positiv heraus. Auch die schlagfertigen Dialoge zwischen Ramona Lisowski und Marco Hullmann machen Spaß. Die Handlung bleibt sehr eng an der Vorlage, wurde aber in eine fiktive Moderne versetzt. Wenn dann in Militäruniformen und Abendkleidern auftretende Protagonisten in der gewundenen Sprache des 16. Jahrhunderts daherreden, verstärkt das den komischen Charakter des Stücks noch. Für einige Lacher sorgte auch, dass die Nebenhandlung mit zwei tölpelhaften Gerichtsdienern ausgebaut wurde und diese ihre wirren Einlassungen mit hörbarem Mannheimer Zungenschlag vortrugen.