Kultur

Lesung Giulia Becker stellt ihr Buch in Alter Feuerwache vor

Liebe zu Restposten

Normalerweise arbeitet sie hinter den Kulissen. Als Comedy-Autorin beim Neo Magazin Royal hat sie sich bereits einen Namen gemacht, doch an diesem Donnerstagabend ist sie in eigener Sache unterwegs. In der Alten Feuerwache präsentiert sich Giulia Becker selbstsicher und gewitzt auf der Bühne – das Weißweinglas stets griffbereit. Außerdem dabei: Ihr Debütroman „Das Leben ist eins der Härtesten“, mit dem sie auf Lesereise unterwegs ist.

Die Zuhörer der 28-Jährigen tauchen in herrlich komische Alltagssituationen der Protagonisten ein. Da wäre zum Beispiel Renate, die in tiefer Trauer um ihren geliebten Hund Mandarine Schatzi versinkt. Was eine Punicaflasche und eine Postkarte damit zu tun haben, sorgt für Gelächter. Außerdem mit dabei: Roland, der die Sprüche seines Motivationscoachs wahrlich verinnerlicht hat und nun im Restpostenbusiness das große Geld vermutet. Oder Online-Kniffel-Spieler und Taubenpfleger Willy-Martin, der sich Hals über Kopf in seine Kniffel-Gegnerin Kerstin verliebt.

Interview im Taubenschlag

Moderiert wird der Abend von Nora Nagel, die die Buchpassagen miteinander verknüpft, Handlungsstränge erklärt und zusammenfasst. Zwischendurch unterhalten sich die beiden Frauen. Es geht um Schreibblockaden, Inspirationen, Interviews in Taubenschlägen und um die Liebe zu Restpostenläden. Ein wichtiges Thema für die bekennende Feministin Becker: die Zielgruppe ihres Buches. Es erschrecke sie, dass es größtenteils von Frauen rezensiert und gelesen wird. Nur weil es von einer Frau geschrieben wurde, sei es noch lange nicht als „Frauen-Lektüre“ abzustempeln, meint Giulia Becker. An diesem Abend in Mannheim kann sie jedenfalls sicher sein, auch unter Männern die Neugier auf das Buch geweckt zu haben. nik