Kultur

Schauspiel „Gut gegen Nordwind“ in der Klapsmühl‘

Liebesbriefe per E-Mail

„Warum sind wir erst jetzt hierhergekommen?“, fragt Alexandra Kamp, als die peppige Komödie „Gut gegen Nordwind“ zu Ende ist und das Publikum den unterhaltsamen Abend stürmisch beklatscht. Nun sichtlich entspannt, steht die Schauspielerin mit ihrem Kollegen Ronald Spiess auf der Bühne der proppenvollen „Klapsmühl‘“.

Zuvor haben beide eine imposante Arbeit geleistet, und das psychologische Spiel um menschliche und virtuelle Leidenschaften temperamentvoll interpretiert. Denn wie in Daniel Glattauers Kultroman, der auch als Hörbuch süchtig macht, so ist die Bühnenfassung ein weiteres turbulentes Feuerwerk der Sprache, ein intelligenter Dialog, den eigentlich zwei E-Mail Schreibende austauschen. Und deshalb reichen als Bühnenbild zwei Schreibtische mit Laptop und ein Herzkuschelkissen für Emmi aus. Die Web-Designerin (Alexandra Kamp) hat durch einen einzigen verwechselten Buchstaben Leo Leike (Ronald Spiess) in dessen E-Mail Account erreicht, obwohl sie eigentlich das Stadtmagazin kündigen will. Wenngleich Leo anfangs davon genervt ist, schreibt er zurück und bald spüren beide eine ungewöhnliche Spannung, die der jeweilige Schreibende auslöst.

Authentische Figuren

Die authentischen, sympathischen Figuren werden immer lebhafter, zärtlicher, die Zeit der Antworten immer kürzer. „Ich habe einen Narren an Ihnen gefressen, Leo. Küsschen“, tippt Emmi. „Küsschen, Emmi.“ Es knistert, bleibt mitfiebernd und endet mit einer überraschenden Pointe. Der Rest ist bekannt.

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