Kultur

Pop Jonathan Zelter begeistert vor 460 Zuhörern im Capitol

„Löwenmut“ fürs Leben

Vor vier Jahren spielte er zu Bandmusik beim Nachtwandel im Mannheimer Jungbusch seine ersten drei Nummern vor einer Handvoll Zuhörern, nun sitzen rund 460 Fans im Capitol, um Jonathan Zelter zuzuhören: Der Wahl-Mannheimer zeigt sich am Sonntagabend überglücklich ob des großen Zuspruchs, präsentiert neue Songs, beeindruckt mit intelligenten Texten sowie seiner ausdrucksstarken Gesangsstimme.

Drei Akkorde reichen, damit Fans Zelters Erfolgsnummer „Ein Teil von meinem Herzen“ erkennen. Nicht wenige hatten sie bei ihrer Hochzeit laufen, als sie im Capitol erklingt, ist die Stimmung spitze. Standing Ovations sind der Lohn für ein gelungenes Konzert, das er mit seiner Band – Philipp Sengle (Gitarre), Alexander Broschek (Bass) und Stefan Höfele Dias (Schlagzeug) – abliefert. Zelter hat nochmals eine gute Stunde Musik im Gepäck, die sich zwischen Pop und Schlager bewegt, manchmal an frühe Pur-Nummern erinnert. Premiere feiert er mit drei neuen Songs: „Mach was du liebst“ ist ein rockiger Appell an ein gelebtes Leben, „Löwenmut“ der Titelsong seiner neuen Akustik-EP und „Parallel“ gerade einmal zwei Monate alt und wohl auf dem neuen Studioalbum zu finden, das Zelter unter Applaus ankündigt.

Gelegentliche Aufregung

Sowohl seine Klavierballaden als auch seine poppigeren Nummern mit Gitarrenbegleitung kommen gut an, ebenso sein Duett mit dem österreichischen Kollegen Dominik Gassner (das Schürzenjäger-Cover „Treff ma uns in der Mitt’n“), den er auf die Bühne holt. Zelter singt und spielt mitreißend; seine gelegentlich durchblitzende Aufregung ist sympathisch. „Jetzt bin ich nervös“, sagt der 25-Jährige grinsend, als er bei „Immer zu euch zurück“ den Text vergisst und abbricht – und an gleicher Stelle wieder rausfliegt. Das Publikum kann die Zeilen auch nicht, aber Bassist Broschek weiß Rat. Und so singt Zelter den Song für seine Eltern doch noch zu Ende, vielleicht gelöster als je zuvor. Und er bekommt mindestens ebenso viel Applaus dafür wie für die zweite Version seines Hits, die es ganz zum Schluss noch einmal für das stehend mitsingende Publikum gibt. 

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