Kultur

Mundart Am Samstag erscheint hier die neue Dialekt-Glosse

Mørge kummt de Kall

Archivartikel

Ob es nun Monnem oder Mannem heißt, lässt sich auch nach langen Debatten unter der Leserschaft dieser Zeitung immer noch nicht mit Sicherheit sagen. Wir finden, dass der berühmte Originallaut irgendwo tief unten zwischen o und a liegt. Weshalb "Ihne Ihrn Kall" ab morgen an dieser Stelle für den charakteristischen Mannheimer Sound ein aus den nordischen Sprachen entliehenes Ø-Zeichen anbietet, wenn es nicht Mannem oder Monnem, sondern "Mønnem", "kømisch", "Øgewwa" oder "Thømas" heißen soll. Freilich bleibt das O bei, "olwwa" und "Oma" weiterhin auch im Quadrat rund, wohin sie "Ihne Ihrn Kall" ab morgen jeden Samstag hier sprachlich entführen will.

Darüber hinaus hat unser Mundartglossenschreiber versucht, die angemessene Aussprache mit Standardbuchstaben nachzuformen. Auch nimmt de Kall sich die Freiheit, ganze Wortgruppen zusammenzufassen, damit der Sprachfluss zwischen "Negga unn Rhoi" auch da bleibt, wo er hingehört: in der Kurpfalz.

In vierter Generation gab es in des Verfassers Mannheimer Sippe einen Karl. Da auch unsere betrauerte Blues-Röhre Joy Fleming ihren stromernden "Kall" musikalisch immer wieder "iwwa die Mønnemer Neggabrigg" begleitete, erschien uns kein Name geeigneter als "Kall".

"Ihne Ihrn Kall" wird sie durch Mannheim und das geografische wie sprachliche Umland führen: mit Geschichten, Anekdoten und Ansichten im "k(n)allharten" Mønnemer Dialekt. Da dies durchaus etwas Entzifferungskunst erfordert und auch ein wenig Rätselcharakter hat, können Sie auch im Morgenweb online nachhören oder auch als Video anschauen "wass de Kall so mähnt".

Wir hoffen, dass die Glossen nicht nur Bloomäulern Freude machen, sondern auch "Noigeplaggde" motiviert, sie am Frühstückstisch zu lesen oder gar vorzulesen. Schreiben Sie "Ihne Ihrm Kall, wasse dozu mähne. Alla dønn! Viel Spass!" Ihne Ihrn Kall

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