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Auszeichnung Vorauswahl für Regie- und Filmpreis sorgt für Kritik / Renée Zellweger und Leonardo DiCaprio Favoriten bei Darstellern

Männer im Oscar-Rennen klar vorne

Archivartikel

Das sind die diesjährigen Oscar-Favoriten: der psychisch kranke Batman-Gegenspieler Joker, eine Handvoll Mafiosi um den Gangster „The Irishman“, zwei abgehalfterte Schauspieler im Hollywood der 1960er Jahre und zwei junge britische Soldaten in den Schützengräben des Ersten Weltkriegs. Diese männerlastigen Themen – mit weißen Schauspielern besetzt – holten am Montag die meisten Oscar-Nominierungen. Dass Frauen so wenig berücksichtigt wurden, sorgt sofort für heftige Kritik im Internet.

Mit elf Nominierungen ist die düstere Comic-Charakterstudie „Joker“ der große Favorit. Das Werk hat Chancen in der Top-Sparte „Bester Film“. Außerdem sind Regisseur Todd Phillips und Hauptdarsteller Joaquin Phoenix nominiert. Nach früheren Nominierungen für „Gladiator“, „Walk The Line“ und „The Master“ könnte Phoenix nun endlich seinen ersten Oscar bekommen.

Zehn Nominierungen gab es für Martin Scorseses Mafia-Epos „The Irishman“. Ebenfalls zehn Gewinnchancen hat das bildgewaltige Kriegsdrama „1917“ des Briten Sam Mendes,.

Zehn Oscar-Trophäen winken Quentin Tarantinos „Once Upon a Time in Hollywood“, eine Ode an das alte Hollywood um einen abgehalfterten Westernstar (Leonardo DiCaprio) und seinen Kumpel und Stuntman (Brad Pitt). DiCaprio könnte nach „The Revenant“ einen weiteren Oscar als bester Hauptdarsteller gewinnen, Pitt in der Sparte Nebendarsteller.

Deutsche Beiträge chancenlos

Die Regie-Kategorie ist wie 2019 reine Männersache. Mit Phillips („Joker“), Scorsese („The Irishman“), Mendes („1917“) und Tarantino („Once Upon a Time in Hollywood“) ist der Südkoreaner Bong Joon Ho („Parasite“) im Rennen – obwohl es eine große Auswahl von Regisseurinnen gegeben hätte. So übersah die männerlastige Filmakademie beispielsweise Greta Gerwig und ihre gelobte Romanverfilmung „Little Women“, die sechs Nominierungen holte (darunter „Bester Film“ und für die Schauspielerinnen Saoirse Ronan und Florence Pugh).

Renée Zellweger kann auf ihre zweite Trophäe hoffen. Nach dem Nebendarsteller-Preis für das Drama „Cold Mountain“ ist sie nun Favoritin für den Hauptdarstellerinnen-Oscar für ihre Darstellung der Schauspielerin Judy Garland in „Judy“. Zu den Konkurrentinnen zählen Charlize Theron („Bombshell“) und Scarlett Johansson („Marriage Story“). Johansson war nie zuvor für einen Oscar nominiert gewesen und schaffte es nun auf Anhieb zweifach – auch für ihre Nebenrolle in der Nazi-Satire „Jojo Rabbit“.

Deutsche Hoffnungen auf einen Auslands-Oscar hatten sich schon im Dezember zerschlagen, als „Systemsprenger“ von Nora Fingscheidt bei der Vorauswahl auf der Strecke geblieben war.

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