Kultur

Comedy Markus Weber erdenkt Kunstfigur „Fräulein Baumann“

Makabere Scherze

Archivartikel

Das Phänomen dürfte vom Kochen bekannt sein: Die einen bereiten aus gängigen Allerweltszutaten einen faden Eintopf zu, während andere daraus eine Köstlichkeit zaubern. In etwa so verhält es bei der von Markus Weber erdachten wie gespielten Kunstfigur „Fräulein Baumann“. Nun ja, manche der Witze mögen fast so alt wie die schrullige Ehrenjungfrau aus der Wilhelminischen Zeit sein – aber die Kalauer werden so herrlich „uff“ Kurpfälzisch rübergebracht, dass im vollen Mannheimer Capitol vor Vergnügen gequietscht wird.

Witze über das Alter

Eigentlich hat der Mitbegründer der Weinheimer Kabarettgruppe Spitzklicker (mit Hauptberuf Apotheker) die agile Grufti-Dame im spitzenverbrämten Kleid, mit blumenverziertem Strohhut und „Ein-Stiel-Brille“ vor Jahrzehnten für die Fasnacht entwickelt. Aber längst füllt „Fräulein Baumann“ auch außerhalb der fünften Jahreszeit Säle.

Bei einem Alter von 114 (!) Jahren und nur wenig jüngeren Freundinnen (wie Hermine, die „schon etwas durch den Wind ist“) gibt es natürlich viel zu erzählen und auch zu beklagen: dass beispielsweise die Pfleger vor den Gepflegten wegsterben, dass beim Ausspucken des Kaugummis schon mal das Gebiss abhandenkommt, dass boshafterweise das Navi am Hightech-Rollator zum Friedhof bugsiert und verkündet: „Sie haben Ihr Ziel erreicht!“ Aber dorthin soll es ja noch lange nicht gehen – auch wenn sich die schräge Greisin rühmt, den legendären Jopi Heesters (er wurde 108 Jahre alt) bereits in der „Krabbelgruppe“ kennengelernt zu haben. wam

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