Kultur

Kunst Mainz stellt Ateliers in alter Fabrik zur Verfügung

Mehr Platz für Kreative

Archivartikel

Hohe Mieten und wenig Angebote erschweren den Schritt von der Kunsthochschule in die Selbstständigkeit. Neun kreative Köpfe freuen sich jetzt auf viel Platz für neue Ideen in einer alten Fabrik in Mainz. „Es gibt viel zu wenig Atelierplätze in der Stadt“, klagt etwa die Mainzer Druckgrafikerin Veronika Weingärtner. Für Absolventen der Kunsthochschule oder der kreativen Studiengänge an der Hochschule sei es sehr schwer, „utopisch hohe Mieten“ für einen verfügbaren Raum zu zahlen. Die Mieten für Atelierräume seien in allen Städten sehr gestiegen, beklagt auch die rheinland-pfälzische Landesvorsitzende des Berufsverbands Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK), Sylvia Richter-Kundel. Das Atelierhaus in Mainz sei ihres Wissens das einzige dieser Art in Rheinland-Pfalz.

Weingärtner ist eine von neun Künstlerinnen und Künstlern, die sich jetzt neu im Atelierhaus der Mainzer Waggonfabrik eingerichtet haben. „Wir wollen jungen Künstlern, die in Mainz studiert haben, die Gelegenheit geben, hier Fuß zu fassen und den Weg in die Selbstständigkeit zu gehen“, sagt die Mainzer Kulturdezernentin Marianne Grosse (SPD) bei ihrer Begrüßung.

Fünf Jahre Förderung

In der Waggonfabrik sind 15 Ateliers verfügbar – „das ist eigentlich nichts, es müssten dreimal so viele sein“, erklärt Weingärtner mit Blick auf die große Nachfrage. „Keiner von uns könnte nur von seiner Kunst leben.“ Alle müssten sich mit einer anderen Arbeit etwas dazu verdienen. Weingärtner hat das Glück, dass sie als Leiterin der Werkstatt für Hoch- und Tiefdruck an der Hochschule Mainz in enger Verbindung zu ihren künstlerischen Projekten arbeiten kann. Neben der halben Stelle an der Hochschule will sie nun im Atelier an ihren Druckgrafiken arbeiten.

Sie freue sich auf den Austausch mit den anderen Künstlern im Atelierhaus. Alle neun Künstler sind froh, mit der Bewerbung für fünf Jahre Förderatelier erfolgreich gewesen zu sein. „Die von der Jury entwickelten Auswahlkriterien waren in aller Offenheit nicht leicht zu bestehen“, erklärt Grosse. „Wir wollten, dass die Besten gefördert werden.“

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