Kultur

Klassik Matinee für Bläser im Wilhelm-Hack-Museum

Menuette und Lieder mit Grazie

Sicher, den Flötenexperten ist der Name ein Begriff, dem „normalen“ Konzertgänger eher nicht: Claude Paul Taffanel (1844-1908) war ein berühmter Instrumentalist, der die Böhm-Flöte in Frankreich einführte und eine maßgebliche Schule des Flötenspiels schrieb. Und er war ein respektabler Komponist, vorwiegend für sein Instrument. Jedenfalls machte sein „Quintette pour instruments à vent“, im spätromantischen Stil gehalten, im Wilhelm-Hack-Museum mächtig Eindruck, als die Kammermusikklasse von Ulrich Freund aufspielte.

Der Dreisätzer für Querflöte, Klarinette, Oboe, Horn und Fagott besticht durch musikantischen Zauber. In fein austariertem Wechselspiel kommen alle Instrumente zu ihrem Recht; im Mittelsatz darf das Horn die sanfte Melodie vorgeben, und der hüpfend-tänzerische Gestus des Finales ist raffiniert in Szene gesetzt.

Kokette Ecksätze

Frühlingshafte Frische strahlte auch Mozarts Divertimento in B-Dur (KV 270) aus, ebenfalls in oben genannter Instrumentierung. Die kecke Koketterie der Ecksätze, die freundliche Grazie der Menuette und die sanften Lied-Umspielungen im Andantino mochten einen heiteren Spaziergang in einem Schlossgarten imaginieren, kurzum: eine Zerstreuungsmusik, wie der Titel schon nahelegt.

Komplettiert wurde die angenehme Matinee durch Beethovens G-Dur-Trio (WoO 37) für Klavier, Flöte und Fagott, bei dem vor allem der optimistische Variationssatz auffiel: quirlig, entspannt, froh.

Insgesamt zehn Studierende der Mannheimer MuHo-Klassen Tanguy, Abbühl, Müller-van Recum, Seidenberg, Dahl und Ohara überzeugten dabei durchweg mit sauber aufeinander abgestimmtem Zusammenspiel und musikalisch konsequenter Argumentation, man spürt die Handschrift des erfahrenen Musikers Ulrich Freund.

Das Stück „Vertigo“ für Fagott solo von Olav Berg fiel wegen Erkrankung aus. Das kommt vor, doch eine kleine Ansage ans Publikum hätte sicherlich nicht geschadet.