Kultur

Klassik Beethovenchor führt Missa Solemnis im Pfalzbau auf

Messe für den Frieden

Archivartikel

Sie gehört – neben den Klaviersonaten „Waldstein“ und „Hammerklavier“ – zu den liebsten Werken von Starpianist Igor Levit, wie er am 2. Januar im Exklusivbeitrag für diese Zeitung schrieb. Sie, so merkte er an, hat ihn mit am meisten geprägt. Es geht um die Missa Solemnis op. 123 von Ludwig van Beethoven – ein vollkommenes, spätes Werk des Bonners, der es selbst als sein reifstes überhaupt bezeichnet haben soll.

Der Beethovenchor Ludwigshafen und sein Dirigent Tristan Meister nehmen sich des 80-Minüters nun gemeinsam mit der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz an. In einem „festlichen Konzert zum Beginn des Beethovenjahres 2020“, wie der Chor schreibt, erklingt die Missa Solemnis am Sonntag, 12. Januar, um 18 Uhr – nicht als Konzertfassung, also in der Kirche, sondern im Pfalzbau Ludwigshafen. Die Solisten sind Yasmin Özkan (Sopran), Hanna Roos (Alt), Robert Franke (Tenor) und Manfred Bittner (Bass).

Große Dimension

Beethoven hat das Werk wie einige andere für seinen Freund und Gönner Erzherzog Rudolph von Österreich geschrieben – zu dessen Inthronisation zum Erzbischof von Olmütz im Jahre 1820. Allerdings wuchs es in seinen Dimensionen weit über den üblichen Rahmen hinaus, so dass die Uraufführung auf 1824 verschoben werden musste.

Das „Kyrie“ versetzt den Zuhörer nach Ansicht des Chores „in eine feierliche Grundstimmung“, bevor im „Gloria“ Beethovens „Freude an der Lobpreisung Gottes“ spürbar werde. Seinen großen Einfallsreichtum zeige Beethoven aber im „Credo“. Er gipfele in der Fuge über „Et vitam venturi saeculi“ (im „Et resurexit“ mit extrem hohem Sopran). Sie bringe die Ausführenden „bis an die Grenzen des Möglichen“. Im „Dona nobis pacem“ bitte er dann fast schlicht um Frieden. Gerade in diesen Zeiten aktuell. dms

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