Kultur

Kunst „Discovery Art Fair Frankfurt“ bietet Preisgünstiges

Messe für Modernes

Archivartikel

Vielleicht klappt es ja beim vierten Anlauf: Frankfurt bekommt, nach drei gescheiterten Versuchen in den vergangenen 30 Jahren, wieder eine neue Messe für moderne Kunst. Vom 1. bis 4. November wird die „Discovery Art Fair Frankfurt“ mit rund 80 Galerien in der eleganten „Forum“-Halle auf dem Messegelände über die Bühne gehen. Es soll eine „demokratische Messe“ werden, erklärt Jörgen Golz, der Chef des in Berlin sitzenden Unternehmens, das seit 14 Jahren die „Berliner Liste“ und seit sechs Jahren die „Kölner Liste“ veranstaltet.

Drei Jahre Versuchszeit

Angesprochen wird „der Normalbürger“, viele Werke sollen nur 1500 bis 3000 Euro kosten. Eine „Entdeckermesse“ also, die in Berlin und Köln so gut läuft, dass sie den Versuchsballon in Frankfurt finanziert. Golz will sich drei Jahre Zeit nehmen, um die Messe in Frankfurt zu etablieren. Neben Galerien können sich auch Künstler in einem gesonderten Bereich vorstellen, zu den Preisen der Galerien und nach Auswahl durch Kuratoren. Dennoch setzt man auf ein breites Angebot vom Gemälde bis zur Installation, vom Foto bis zur Urban Art.

Und am Puls der Zeit will man auch sein. „Fast alle Werke werden von 2017 oder 2018 sein“, sagt Golz. Die Hälfte der Aussteller hat er sicher, nennt allerdings keine Namen, da die Bewerbungsfrist noch bis Ende Juli läuft. Das Interesse dürfte groß sein, denn eine Koje von zehn Quadratmetern kostet 3000 Euro, eine 20er-Koje 5700 Euro, eine 30er-Koje 8400 Euro.

Allerdings ist diese Messe für Frankfurt ungewöhnlich, denn in der Mainmetropole klotzt man gerne – kein Wunder bei dem Riesenangebot an Museen und den finanzstarken Unternehmen. So startete 1989 die „Art Frankfurt“ mit teuren Werken, wurde mehrfach umgemodelt, aber 2007 eingestellt. Auch spätere Versuche verliefen rasch im Sand, zuletzt vor drei Jahren mit dem Verleger Manfred Möller. Offensichtlich ist es schicker, Kunst in Basel, Köln, Berlin, London oder Karlsruhe zu kaufen.

Junge, aufstrebende Kreative

Doch davon gibt sich Jörgen Golz unbeeindruckt, er kennt die Frankfurter Versuche alle nicht, hat nur viele Gerüchte gehört. Tatsächlich dürfte Golz eine gewisse Chance haben mit seiner Idee, auf junge und preisgünstige Kunst zu setzen. Freilich ist es in Köln und Berlin viel leichter, weil man dort als „Satellitenmesse“ neben großen Messen auftritt – die Besucher sind ohnehin in der Stadt und schauen mal vorbei. In Frankfurt muss Golz die Menschen auf die Messe locken, zum Eintrittspreis von 15 Euro, inklusive Katalog. Schon für etwas weniger Geld kommt man ins Museum, kann dort aber nur schauen und nichts kaufen.